Samstag, 20. April 2019

Dirk Ippen Ein Mann, viele Überschriften

"Knallharter Sanierer", "stiller Riese" oder König der Käseblätter": Dirk Ippen ist zu vielseitig, als das ihn ein Charakteristikum komplett beschreiben würde. Der Verleger der fünftgrößten deutschen Zeitungsgruppe wird am Donnerstag 65 Jahre alt.

München - Die Attribute für den aus Westfalen stammenden Herrn über mehr als 20 Zeitungstitel sind vielfältig: Verleger Dirk Ippen wird wechselweise "knallharter Sanierer", "stiller Riese" oder "König der Käseblätter" genannt.

Dirk Ippen: Seine Zeitungsgruppe rangiert auf dem fünften Platz
Doch der Chef der Verlagsgruppe Ippen, der sich einer eindeutigen Charakterisierung entzieht, ist auch Schöngeist und Stifter - als Herausgeber von Gedichtbänden produziert er Bestseller, als Förderer von Kulturprojekten pflegt er Mäzenatentum ohne großes Aufheben.

Am 13. Oktober wird der in Rüdersdorf bei Berlin geborene Verleger 65 Jahre alt. Den runden Geburtstag wolle er bei einer Bergwanderung mit seiner Ehefrau und seinem Hund verbringen, sagte er der Nachrichtenagentur DPA.

Schlagzeilen machte Ippen ("Münchner Merkur", "TZ") zuletzt vor drei Jahren mit der Übernahme der Zeitung "Hessisch-Niedersächsische Allgemeine" (HNA). Der Jurist, der mit seiner Gruppe auch auf dem Radiomarkt präsent ist, verzichtete jedoch in Kassel auf eine Entlassungswelle, wie sie zu Beginn der 80er Jahre bei der Übernahme des "Münchner Merkurs" folgte. Dort wurden 1982 300 Leute entlassen. Der Schritt hatte ihm damals den Ruf des harten Sanierers eingetragen, doch der "Merkur" überwand die Rosskur gestärkt und wuchs über Münchener Stadtgrenzen hinaus.

Lokale Verantwortung und Leserbegleitung "von der Geburtsannonce bis zur Todesanzeige" sind für Ippen, dessen Vater die Grundlage der westfälischen Verlagsgruppe legte, zentrale Aufgabe der Tageszeitung.

Bis ins Ausland - etwa in spanischen Urlaubsregionen - ist der Familienzeitungsfan mit deutschsprachigen Blättern am Markt. "Für uns ist jeder Ort, an dem wir erscheinen, der Mittelpunkt der Welt", ist eines von Ippens Bekenntnissen ("Die Zeit", 1997). Niemand wohne schließlich im "globalen Dorf".

Seite 1 von 2

© manager magazin 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung