Schmiergeldaffäre Volkert hat VW verlassen

Der frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat den Autokonzern verlassen. Einem Medienbericht zufolge sei Volkert bis zum 30. November ohne Gehalt freigestellt worden und gehe anschließend in den Ruhestand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Betriebsrat im Zusammenhang mit der VW-Schmiergeldaffäre.

Frankfurt - "Volkert hat das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen", sagte eine Volkswagen-Sprecherin  und bestätigte damit einen Bericht des SPIEGEL. Das Magazin hatte vorab berichtet vorab, die mit der Klärung der Affäre beauftragten Wirtschaftsprüfer von KPMG hätten Hinweise auf falsch abgerechnete Dienstreisen Volkerts gefunden.

Die Prüfer seien bei ihren Untersuchungen auf Hinweise gestoßen, dass der entlassene Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer Reisen von Volkert, die privaten Zwecken dienten, als Dienstreisen abgerechnet habe, so das Magazin. Die gegen Volkert ermittelnde Braunschweiger Staatsanwaltschaft nehme dessen Reisen unter anderem nach Indien und Brasilien unter die Lupe.

Ein VW-Sprecher sagte dazu, die Staatsanwaltschaft stütze sich bei ihren Ermittlungen auf Unterlagen, die ihr von dem Unternehmen übergeben worden seien. Ein Zwischenbericht von KPMG werde zur VW-Aufsichtsratssitzung im September erwartet. Volkert, der Ende Juni überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte, sei bis 30. November ohne Gehalt freigestellt und werde dann in den Ruhestand gehen, berichtete das Magazin.

Volkert selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, wie es hieß. Ende Juni hatte er erklärt, er habe sich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht. In der Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig seit längerem wegen des Verdachts auf Untreue und Bestechlichkeit gegen den früheren Personalvorstand der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und den einstigen VW-Manager Gebauer. VW hatte bereits mitgeteilt, mögliche Begünstigungen des Betriebsrates prüfen zu lassen. Angeblich gab es für den Betriebsrat Spesenbudgets, deren Verwendung nicht kontrolliert wurde. Gebauer hatte am 9. August erklärt, er habe sich nicht bereichert.

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