Ex-Thiel-Chef Eierhoff wird Fusionsberater

Klaus Eierhoff hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Beim Fusionsberater Peters Associates soll sich der ehemalige Bertelsmann-Vorstand um Handel und Logistik kümmern. Mehr Aufmerksamkeit erweckt Eierhoff allerdings derzeit mit einem öffentlich ausgetragenen Streit.

Frankfurt am Main - Klaus Eierhoff, ehemaliger Vorstandschef von Thiel Logistik , hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der einstige Karstadt- und Bertelsmann-Vorstand ist Beirat bei dem Beratungsunternehmen Peters Associates. Dies meldet die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) mit Berufung auf ein Gespräch mit Eierhoff.

Peters Associates ist Spezialist für Fusionsberatungen. Seit dem Gründungsjahr 1999 hat die Beratung nach eigenen Angaben 140 Transaktionen durchgeführt. Die Spanne des Transaktionsvolumens gibt das Unternehmen mit 50 bis 500 Millionen Euro an.

Eierhoff soll sich, so heißt es, bei Peters Associates um Logisik und Handel kümmern. Er trifft bei seinem neuen Arbeitgeber auf einige prominente ehemalige Industrie- und Handelsgrößen wie den Peters-Associates-Gründer Hans Peter Peters (Ex-Finanzchef der Viag und Ex-Deutschland-Chef von Morgan Stanley), Rolf Krebs (Ex-Chef von Boehringer Ingelheim) und Wolfgang Urban (Ex-KarstadtQuelle-Chef).

Derweil streiten sich Eierhoff und sein ehemaliger Arbeitgeber Thiel in aller Öffentlichkeit. Bei der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen musste Thiel-Verwaltungsratschef Berndt-Michael Winter die zweite Gewinnwarnung in nur vier Monaten aussprechen. Schuld daran ist für Winter der ehemalige Firmenchef Eierhoff. Das frühere Management habe zu optimistische Annahmen getroffen. Eierhoffs Replik ließ nicht lange auf sich warten.

"Ich bin seit Anfang April aus dem Unternehmen raus. Es ärgert mich, wenn ich nun für die aktuellen Zahlen und Misserfolge verantwortlich gemacht werden soll", sagte Eierhoff der Tageszeitung "Die Welt". Fakt sei, dass Anfang April der damalige Vorstand (Eierhoff) nach sorgfältiger Analyse eine Gewinnwarnung vorbereitet, sie im Detail mit dem Verwaltungsrat diskutiert und nach dessen uneingeschränkter Zustimmung publiziert habe. Daher könnten die im zweiten Quartal 2005 aufgetretenen Ergebnisbeeinträchtigungen nicht dem damaligen Vorstand zugeschrieben werden.

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