Autozulieferer Dürr Firmenchef Rojahn geht

Erst im April hatten zwei Vorstände den Autozulieferer Dürr verlassen. Nun nimmt auch Vorstandschef Stephan Rojahn, der von Bosch gekommen war, seinen Hut. Die Geschäftszahlen des SDax-Konzerns sind weiter unbefriedigend.

Stuttgart - Der schwäbische Autozulieferer Dürr  kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Das im SDax  gelistete Unternehmen hat im ersten Halbjahr 2005 unbefriedigende Geschäftsergebnisse abgeliefert. Vorstandschef Stephan Rojahn, seit knapp drei Jahren im Führungsgremium des schwäbischen Betriebs von Heinz Dürr, geht.

Neuer Vorstandschef wird zum 1. Januar 2006 Ralf Dieter. Der 44-Jährige ist seit Januar dieses Jahres Mitglied im Vorstand. Seit Mai 2003 arbeitete er für die Dürr-Gruppe und hatte die Messtechnik-Tochter Carl Schenck zu sanieren. Der 45-jährige Rojahn, der vom Autozulieferer Robert Bosch zu Dürr kam, soll in den Aufsichtsrat gewählt werden.

Dürr meldet einen unerwartet starken Umsatzrückgang und wird deswegen seine Ertragsziele für 2005 nicht erreichen. "Das angestrebte Jahresziel, ein Vorsteuerergebnis für die fortgeführten Aktivitäten von mehr als 18,6 Millionen Euro, wird Dürr nicht erreichen können", hieß es in der Mitteilung. Grund sei die schwache Umsatz- und Gewinnentwicklung in der Kernsparte sowie die geplanten Restrukturierungskosten. Dürr habe nur drei von fünf erhofften Großaufträgen erhalten. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr seine Gewinnprognose verfehlt. Bis Mitte nächsten Jahres sollten konzernweit weitere 800 der gut 7000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Stellen würden vor allem in Nordamerika abgebaut.

Im ersten Halbjahr 2005 verbuchte Dürr einen Verlust von 6,7 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 9,0 Millionen Euro angefallen war. Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten um 15 Prozent und damit stärker als erwartet auf 756,8 Millionen Euro gesunken. Der Auftragseingang fiel leicht auf 856,4 (Vorjahr: 864,8) Millionen Euro.

Der schwäbische Konzern will mit einem Sparprogramm in der größeren der beiden Sparten, Lackier- und Montagesysteme, auf die Investitionszurückhaltung der Autoindustrie reagieren. "Es bedarf harter Einschnitte, um auch in einem extrem schwierigen Markt in unserem Kerngeschäft Geld zu verdienen und Arbeitsplätze für die Zukunft abzusichern", erklärte der designierte Vorstandschef Dieter. Das Restrukturierungsprogramm werde den Konzern 40 bis 50 Millionen Euro kosten, soll aber ab 2006 jährliche Einsparungen in ähnlicher Größenordnung bringen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.