IWKA Solo für Wyser-Pratte

Der amerikanische Finanzinvestor und IWKA-Großaktionär Guy Wyser-Pratte überlegt, in den Aufsichtsrat des Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauer IWKA zu gehen, nachdem er am Freitag einen Machtkampf gewonnen hat und sechs Aufsichtsräte bei IWKA ausscheiden.

Stuttgart - "Es wäre eine Option", sagte Wyser-Pratte im Interview mit der Stuttgarter Zeitung. "Vielleicht nehme ich dafür sogar einen Deutschkurs." Wyser-Pratte reagierte damit auf die Mitteilung der IWKA, dass alle sechs Aufsichtsräte der Kapitalseite ihre Mandate niederlegen werden. In der Aufsichtsratssitzung am Freitag in Stuttgart haben der ehemalige Mercedes-Chef Jürgen Hubbert und fünf andere Manager ihren Rückzug erklärt.

Damit hat Wyser-Pratte einen wochenlang tobenden Machtkampf gewonnen. Die IWKA kündigte am Freitag an, dass eine außerordentliche Hauptversammlung bis spätestens Ende Oktober stattfinden werde. Hier soll ein neuer Aufsichtsrat gewählt werden. Davor steht die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden, weil der bisherige IWKA-Chef Hans Fahr am 3. Juni zurücktrat. Wyser-Pratte sagte dem Blatt, er habe einen Kandidaten für diesen Posten im Auge, wolle ihn aber noch nicht nennen.

Der Amerikaner kündigte außerdem einen Strategiewechsel an. Wyser-Pratte sagte, die IWKA werde künftig ein Unternehmen mit einer bis 1,2 Milliarden Euro Umsatz (2004: 2,3 Milliarden Euro) sein und sich auf die Robotertechnik konzentrieren. Alle Ressourcen des Unternehmens sollten sich auf dieses Geschäft konzentrieren. Die Verpackungstechnik spiele keine Rolle mehr, ergänzte der Amerikaner. Durch die Fokussierung auf das Kerngeschäft habe die IWKA eine blendende Zukunft vor sich. "Wir werden nicht nur für die Aktionäre Werte schaffen, sondern bei den Robotern auch Beschäftigung aufbauen. Ich bin heute sehr glücklich", sagte Wyser-Pratte."

Reiner Beutel und Anton Dulski als Wunschkandidaten

Der Amerikaner bekräftigte erneut seine Kritik an den bisherigen Aufsichtsräten. "Man hat den Vorstand machen lassen, was er wollte und dabei nicht nur den Aktionären, sondern auch dem Unternehmen geschadet. Mit Jürgen Hubbert (DaimlerChrysler  ) und Volker Doppelfeld (BMW  ) hatten zwei Großkunden der IWKA ihre Interessensvertreter mitten im Unternehmen. So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Wyser Pratte. "Ich kann doch einen Kunden von mir nicht zu meinem Kontrolleur machen. Mir ist immer noch schleierhaft, wie die anderen Aktionäre einen so klaren Interessenskonflikt so lange geduldet haben."

Als seine Wunschkandidaten für den neuen Aufsichtsrat nannte Wyser-Pratte Reiner Beutel und Anton Dulski. "Reiner Beutel hat als ehemaliger Bosch-Manager große Erfahrungen in der Führung eines Industrieunternehmens. Er würde einen exzellenten Aufsichtsrat abgeben", sagte der US-Investor. "Anton Dulski bringt einen sehr internationalen Hintergrund mit. Er hat sich in vielen Ländern bewiesen und würde damit dem Unternehmen neue Perspektiven aufzeigen." Als Fazit des Streits bei der IWKA sagte Wyser-Pratte: "Die IWKA wird in Zukunft ein Unternehmen sein, das für alle Aktionäre gut ist und nicht nur für einen kleinen Zirkel. Heute ist ein guter Tag für die IWKA.