Gehälter Was IT-Experten dieses Jahr verdienen

Die Gehälter in der IT-Branche steigen ordentlich an. Besonders bei Führungskräften, deren Saläre klettern um 3,4 Prozent im Vergleich zu 2004. Mehr denn je gilt: Höherqualifizierte verdienen deutlich besser und variable Vergütung findet immer mehr Fans.

Gummersbach - Eine deutsche Führungskraft in der Informationstechnologie verdient in diesem Jahr ein durchschnittliches Jahresgesamtgehalt von 96.000 Euro. Eine Fachkraft kommt auf 56.000 Euro. Dies ist ein Ergebnis der Vergütungsstudie "Führungs- und Fachkräfte in der Informationstechnologie 2005", durchgeführt von der Managementberatung Kienbaum.

Insgesamt fallen die Gehaltssteigerungen mit 3,4 Prozent für Führungskräfte und 3,0 Prozent für Fachkräfte deutlich höher aus als im Vorjahr. 2004 erzielten die Führungs- und Fachkräfte lediglich ein Plus von 2,1 beziehungsweise 2,0 Prozent.

An der Kienbaum-Studie beteiligten sich 205 Unternehmen. Sie lieferten den Kienbaum Vergütungsexperten Daten von 5.262 IT-Führungs- und -Fachkräften. Es wurden 32 Positionen untersucht.

Die Gehaltssteigerung begründet Christian Näser, Projektleiter der Studie mit einem Paradigmenwechsel. " Der Rechenzentrumsbetrieb mit einem Rollenverständnis als Automatisierer und Kostenfaktor hat sich zum Unternehmensrückgrat und zum Businesstreiber entwickelt", so Näser.

Mit welchen Bezügen IT-Manager rechnen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Neben hierarchischer Stellung und Personalverantwortung ist die Unternehmensgröße entscheidend. Der Leiter "Informationsverarbeitung und Organisation" in einer großen Gesellschaft kann bis zu 50 Prozent mehr verdienen als sein Kollege in einer kleineren Gesellschaft.

Deutlicher Trend zur Höherqualifizierung

Durchschnittlich verdient ein Leiter "Informationsverarbeitung und Organisation" inklusive aller Zulagen 118.000 Euro jährlich. Ein Systemprogrammierer kommt auf ein Jahresgesamtgehalt von 59.000 Euro. Bei den IT-Fach- und Führungskräften zeigt sich ein klarer Trend zur Höherqualifizierung. Das formale Ausbildungsniveau der Mitarbeiter steigt und wird immer mehr zur Voraussetzung, um die Chance auf einen anspruchsvollen und höher dotierten Arbeitsplatz zu sichern oder zu erhöhen. So verdient ein Leiter IT-Anwendungsentwicklung mit Promotion 44.000 Euro mehr als der Kollege mit einem technischen Fachhochschulabschluss.

Variable Vergütung findet dabei immer mehr Verwendung. Als Grund nennt Näser die "Identifikation mit dem Unternehmen und die Motivation zu besonderen Leistungen". In diesem Jahr werden, zusätzlich zum Festgehalt, 61 Prozent der Führungskräfte mit durchschnittlich 14.300 Euro variabel vergütet. Deutlich geringer fällt der Anteil bei den Fachkräften aus: lediglich 39 Prozent erhalten einen variablen Bonus in einer durchschnittlichen Höhe von 4.600 Euro. Neben den monetären Leistungen gehören andere betriebliche Zusatzleistungen als feste Bestandteile zum üblichen Vergütungspaket.

Weit verbreitet ist der Dienstwagen, der zumeist auch privat unbegrenzt zur Verfügung steht; 43 Prozent der Führungs- und 15 Prozent der Fachkräfte profitieren von dieser Sonderleistung. "Um Motivationspotenziale der Zusatzleistungen möglichst kosteneffizient auszuschöpfen, werden Anreizsysteme zunehmend individueller gestaltet, zum Beispiel durch so genannte Cafeteria-Systeme, bei denen der Mitarbeiter aus verschiedenen Vergütungsbestandteilen auswählen kann", stellt Näser fest.

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