Lars Windhorst Ulrich Marseille geht vorerst leer aus

Im Streit um einen Millionenkredit an den Ex-Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst ist die Klage des Klinik-Betreibers Ulrich Marseille vom Landgericht Trier abgewiesen worden. Marseille hatte die M.M. Warburg-Bank und einen Ex-Abteilungsleiter auf Schadenersatz verklagt. Windhorst hat bei 55 Gläubigern 63 Millionen Euro Schulden.

Trier - Die Klage sei zu einem Teil unzulässig, zum anderen Teil unbegründet, teilte das Landgericht mit. Marseille hatte die luxemburgische Tochter der M.M. Warburg-Bank (Hamburg) und einen Ex-Abteilungsleiter der Bank auf Schadenersatz verklagt. Er hatte ihnen vorgeworfen, ihn im Unklaren über Risiken gelassen zu haben, die er mit einem Kredit in Höhe von 20 Millionen Mark (etwa 10,2 Millionen Euro) an Windhorst eingegangen sei.

Für die Fragen der vertraglichen Vereinbarung sei Trier nicht zuständig, weil die Bank ihren Sitz in Luxemburg habe, sagte Gerichtssprecherin Ingrid Luther. Eine Verweisung der Teilklage an ein luxemburgisches Gericht sei nicht möglich. Marseille kündigte daraufhin an, er werde die Bank am Gerichtsort Luxemburg verklagen. Die Klage werde Anfang nächsten Monats eingereicht.

Der zweite Teil der Klage, der sich gegen den bei Trier wohnenden früheren Mitarbeiter der Bank richtet, ist nach Ansicht des Gerichts unbegründet. Der Ex-Banker habe nicht vorsätzlich das Vermögen des Klägers schädigen wollen, hieß es. Vertragliche Ansprüche könnten ebenfalls nicht gegen den Mann geltend gemacht werden, weil zwischen ihm und Marseille kein Vertragsverhältnis bestanden habe. Marseille hatte von dem Geld nur einen kleinen Teil zurückbekommen.

Der Klage zufolge hatte der Abteilungsleiter Windhorst 2001 in einem Telefax angekündigt, ihm in den nächsten Wochen 20 Millionen Mark auszuzahlen. Dieses Schriftstück hatte Windhorst Marseille bei der Kreditvergabe als Sicherheit vorgelegt.

Windhorst hatte in den 90er Jahren für Aufsehen gesorgt. Als 16-Jähriger gründete er ein Unternehmen für Computerzubehör. Daraus wurde schnell ein weit verzweigtes Geflecht mit rund 90 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Windhorst reiste mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl nach Asien und präsentierte ehrgeizige Pläne zum Bau eines Wolkenkratzers.

Er pflegte zur Hochzeit seines Erfolges und auch einige Jahre danach noch einen aufwändigen Lebensstil mit teuren Einkaufsreisen. Für Privatkontakte und Lebenspartner habe er keine Zeit, pflegte er Reportern, die den Heranwachsenden nach Privatem fragten, in die Blöcke zu diktieren.

Dann brach sein Unternehmensgeflecht nach wenigen Jahren zusammen. Für drei seiner Firmen musste er inzwischen Insolvenz anmelden. In einem Fall, der Windhorst Capital Holding GmbH, lehnte das Gericht die Eröffnung des Verfahrens mangels Masse ab. Gegen Windhorst ermittelt auch die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts.

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