Juristen Schneller, schlauer, gewandter

Was ist das Geheimnis erfolgreicher Jura-Studenten? Eine Sonderauswertung der "Studentenspiegel"-Studie für das manager magazin zeigt: Die besten Paragrafenkenner ziehen ihr Studium schneller durch, haben bessere Abitur-Noten und beherrschen mehr Fremdsprachen als ihre Kommilitonen.
Von Martin Scheele und Klaus Werle

Hamburg - Leugnen ist zwecklos: Die Lage auf dem Juristenmarkt ist ernst. Die Arbeitslosenquote der Paragrafenkenner liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Akademiker.

Studienanfänger scheint diese trübe Perspektive allerdings kaum zu stören: Jedes Jahr schreiben sich rund 17.000 Erstsemester an den juristischen Fakultäten ein, rund 10.000 Absolventen des zweiten Staatsexamens drängen Jahr für Jahr neu auf den Arbeitsmarkt - zwei Jahrgänge würden theoretisch ausreichen, um alle Richterstellen im Land neu zu besetzen.

Doch mit Fantasie, Einsatz und Kompetenz können Justitias Jünger auch heute noch ihr Glück machen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung der Studie "Studentenspiegel". Für die Untersuchung haben SPIEGEL, AOL und die Unternehmensberatung McKinsey bundesweit 50.000 Studierende aller Fächer nach ihren Qualifikationen und Lebensläufen gefragt. Exklusiv für manager magazin hat McKinsey eine Sonderauswertung der Jura-Studenten erarbeitet.

Die wichtigsten Ergebnisse: Die besten 10 Prozent der angehenden Rechtswissenschaftler

  • erreichen eine durchschnittliche Abitur-Note von 1,5 (gegenüber 2,1 unter allen Jura-Studenten)
  • benötigen fast 1,5 Semester weniger für ihr Studium
  • haben im Schnitt 3,3 Praktika absolviert (Gesamtdurchschnitt: 2,5)
  • sind fitter in Fremdsprachen: Jeder Fünfte beherrscht neben Englisch noch zwei weitere Fremdsprachen (aber nur jeder Zehnte ihrer Kommilitonen)
  • haben deutlich länger im Ausland studiert oder gearbeitet: Fast jeder Zweite war ein Jahr oder länger im Ausland (gegenüber jedem Fünften im Schnitt aller Jura-Studenten)
Untersuchungskriterien der Studie waren unter anderem: Abitur- und Examensnoten, Studiendauer, Sprachkenntnisse, Stipendien und Preise sowie Veröffentlichungen. Die Auswertung der Studie wird als Teil eines detaillierten Berufsreports für Juristen veröffentlicht, der als Titelgeschichte des neuen manager magazins am Freitag (24. Juni) erscheint.

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