Michael Jackson Die Schuldenlast des King of Pop

Vor dem Gefängnis haben die Geschworenen Michael Jackson gerettet. Vor seinen finanziellen Problemen retten konnten sie ihn nicht: 20 bis 30 Millionen Dollar Miese pro Jahr häufte der Popstar an, sein Schuldenstand hat einen dreistelligen Millionenbetrag erreicht. Aus der Patsche helfen könnten Jackson ausgerechnet die Beatles.

Washington - Auch nach dem Freispruch im Missbrauchsprozess wird es für Michael Jackson schwer, den Thron des "King of Pop" zurückzuerobern. Denn die Karriere des 46-Jährigen dümpelt schon seit Jahren vor sich hin.

Seine jüngsten Alben floppten, seine große Glanzzeit liegt zwei Jahrzehnte zurück. Der Karriereknick spiegelt sich auch in den Finanzproblemen des Sängers wider, der wachsende Probleme hat, die Rechnungen für seinen luxuriösen Lebensstil zu bezahlen.

Brancheninsider erinnern daran, dass Jackson schon vor dem Prozess in der Popwelt seine Rolle als Trendsetter längst verloren hatte. "Wir hatten aufgehört, auf seine neueste Musikveröffentlichung zu warten, und haben stattdessen angefangen, auf seine neuesten Skandale zu warten", sagt der Pop-Experte Robert Thompson von der University of Syracuse im US-Bundesstaat New York. An die Erfolge von "Thriller" (1983) - des mit weltweit rund 60 Millionen Tonträgern meistverkauften Albums aller Zeiten - und "Bad" (1987) konnte Jackson nicht mehr anknüpfen, sein Ruhm zehrte bereits seit den 90er Jahren von der Vergangenheit.

Schwarze Karossen: Michael Jackson fährt aus

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Zum goldenen Hirschen: Jackson grüßt die Fans

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Autotross vor der Neverland-Ranch: In welcher Limousine sitzt der King of Pop?

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Ein Engel für Michael: Devotionalien am Neverland-Tor

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Micky Maus lässt grüßen: Uhrrondell vorm Neverland-Portal

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Mystic Michael: Ein Fanplakat zeigt einen stilisierten Jackson mit allen Attributen des Kindchenschemas

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Bilder aus dem Leben von Michael Jackson
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Jackson hat sich zudem einen Ruf als unzuverlässiger Geschäftspartner erworben. Er sieht sich mit einer Serie von Klagen wegen offener Zahlungsforderungen konfrontiert. Der Gerichtsbuchhalter John Duross O'Bryan berichtete während des Missbrauchsprozesses, dass Jackson jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Dollar mehr ausgebe als einnehme. Die Höhe seiner Gesamtschulden beläuft sich demnach auf etwa 224 Millionen Dollar (185,7 Millionen Euro).

200 Millionen Dollar bis Dezember

200 Millionen Dollar bis Dezember

Dies bedeutet freilich längst noch nicht, dass Jackson pleite ist. Sein Problem ist ein Mangel an Barreserven. Nach Recherchen des US-Senders CNN verfügt Jackson über Vermögenswerte von mehr als 600 Millionen Dollar.

Sollten seine Probleme mit den liquiden Mitteln allerdings zunehmen, könnte er sich gezwungen sehen, einen Teil seiner fest angelegten Investitionen abzustoßen. Spekuliert wird, dass Jackson seine 50-prozentige Beteiligung an dem Musikverlag Sony/ATV ganz oder teilweise verkaufen könnte. Dessen Wert wird auf bis zu eine Milliarde Dollar geschätzt wird.

Eine Goldgrube von Sony/ATV sind die Rechte an den meisten Liedern der Beatles, die Jackson vor 20 Jahre für 47,5 Millionen Dollar erworben hatte. Jedes Mal, wenn einer der Beatles-Songs im Radio gespielt wird, verdienen Sony  und Jackson daran. Die Einnahmen aus den Songrechten reichen aber nicht, um Jacksons ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren. Jackson hat die Songrechte deshalb bereits als Sicherheiten für die Schuldenaufnahme verpfändet.

Laut CNN häufte er bei der Bank of America bis zum Jahr 2000 eine Viertelmilliarde Dollar an Schulden an. Die Bank wiederum verkaufte die Jackson-Obligationen an den New Yorker Hedge-Fonds Progress weiter. Laut Duross O'Bryan wird die Rückzahlung eines der Kredite in Höhe von 200 Millionen Dollar im Dezember fällig. Progress könnte Jackson dazu zwingen, seinen Anteil an Sony/ATV zu verkaufen, um das Geld aufzubringen - ein für den Popstar bedrohliches Szenario.

Trotz seiner Finanzprobleme machte Jackson bislang keine Anstalten, Abstriche an seinem Lebensstil vorzunehmen. So schaffte er sich für sein Verfahren in Santa Maria gleich mehr als 60 verschiedene Outfits an - damit er für jeden Prozesstag etwas anderes zum Anziehen hatte.

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