Morgan Stanley Der Chef muss gehen

Schon seit Monaten tobt bei der Investmentbank der Streit um Bankchef Philip Purcell. Nach der Fusion mit Dean Witter verschlechterte sich die Geschäftslage, Aktionäre und ehemalige Führungskräfte forderten eine Änderung der Strategie - und die Entlassung des CEOs. Jetzt räumt Purcell nach Medienberichten seinen Posten.

New York - Die Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter trennt sich laut einem Bericht des TV-Senders CNBC vom umstrittenen Chef Philip Purcell.

Für die Suche nach einem Nachfolger sei bereits der Personalberater Tom Neff angeheuert worden, meldet CNBC am Montag. Die Bank wollte den Pressebericht nicht kommentieren.

Seit Monaten hatte bei Morgan Stanley ein Streit zwischen Management, Aktionären und ehemaligen Führungskräften um die Strategie der Bank getobt. Aktionäre und ehemalige Manager beklagen die schwache Geschäftslage von Morgan Stanley  seit dem Zusammengang mit Dean Witter und fordern die Abspaltung des institutionellen Wertpapiergeschäfts.

Zankapfel war die Führung des Wertpapierhandels für institutionelle Anleger, dem Kerngeschäft von Morgan Stanley, welches 1997 mit dem Privatkundenspezialisten Dean Witter zusammengeführt wurde. Die Kritiker wollten das institutionelle Wertpapiergeschäft von der Führung von Unternehmenschef Philip Purcell befreien, um unter einem neuen Management viele ehemalige Manager zurück zu gewinnen. Außerdem forcierten die Kritiker eine Spaltung der beiden Bereiche, um einen Wertaufschlag zu erreichen.

Grund für die Revolte war unter die schlechte Aktienkursentwicklung von Morgan Stanley. Das Papier ist in den vergangenen zwölf Monaten mehr als doppelt so stark gesunken wie der Standard & Poor's Index für Investmentbanken.

Zuletzt haben deswegen auch zwei Wall-Street-Legenden Morgan den Rücken gekehrt. Mitte April nahmen Joseph Perella und Terry Meguid, die beiden führenden Köpfe des Investmentbankings, ihren Hut. Vor allem das Ausscheiden des 63-jährigen Perella, einer der legendärsten Dealmaker der Bank, wurde von Beobachtern als Zeichen einer erneuten Verschärfung des Konflikts zwischen Purcell und den Morgan-Stanley-Anteilseignern gewertet. Auch zahlreiche weitere Banker aus der mittleren Ebene haben das Institut in den letzten Wochen verlassen.

Die Aktie der Investmentbank reagierte auf die Meldung mit einem Kurssprung. Vorbörslich stieg der Titel um 6 Prozent auf 52,90 Dollar.

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