Mittwoch, 26. Februar 2020

Graumarktgeschäfte Kein Verfahren gegen Chrysler-Chef Zetsche

Gute Nachrichten für DaimlerChrysler: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wird kein Verfahren gegen Chrysler-Chef Dieter Zetsche einleiten, der wegen angeblich illegaler Graumarktgeschäfte angezeigt worden war. Es gebe keine Anhaltspunkte für Verwicklungen, hieß es.

Stuttgart - Die Überprüfung einer Anzeige von Mitte März wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage und der Anstiftung zum Meineid habe keine Hinweise auf eine Straftat gebracht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag und bestätigte einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten".

"Unwahrscheinlich, dass er sich mit einzelnen Geschäften beschäftigt hat": Chrysler-Chef Zetsche mit E-Gitarre
Es gebe keinen Anfangsverdacht und deshalb sei auch kein Verfahren eingeleitet worden. Zetsche war laut dem Bericht von einem Spediteur angezeigt worden, der wegen Graumarktgeschäften mit Mercedes-Fahrzeugen verurteilt worden war. Bei diesen Geschäften werden die Autos am offiziellen Vertrieb vorbei oftmals billiger verkauft. Damit kann der Vertrieb seine Verkaufszahlen leicht in die Höhe treiben. Der Spediteur wirft dem früheren Daimler-Vertriebsvorstand Zetsche (1995 bis 1998) vor, von seinen Graumarktgeschäften gewusst zu haben.

Zetsche hatte dies als Zeuge im Prozess gegen den Spediteur vor dem Stuttgarter Landgericht im Dezember 2002 bestritten. Staatsanwältin Sabine Mayländer sagte, dass sich Zetsche mit einzelnen Geschäften beschäftigt habe, sei relativ unwahrscheinlich. Gegen fünf weitere damalige Mitarbeiter der Vertriebsorganisation hat der Spediteur Anzeige wegen Meineids erstattet. Die Überprüfung dieser Anzeigen sei noch nicht abgeschlossen, berichtete das Blatt. Der Fall Zetsche sei "vorrangig behandelt" worden.

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