Thomas Cook Holtrop ist Chefkandidat

Bei der Deutschen Telekom blieb Thomas Holtrop der Aufstieg in den höchsten Machtzirkel verwehrt. Nun könnte er Primus des Touristikkonzerns Thomas Cook werden - und würde damit zu seinen beruflichen Wurzeln zurückkehren.

Hamburg - Club Méditerranée, Robinson Club, Springer & Jacoby, American Express, Deutsche Bank  und schließlich T-Online: Thomas Holtrop hat im Laufe seiner Karriere schon einige Unternehmen kennen gelernt. Nun dürfte Thomas Cook dazukommen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet ist Holtrop als Vorstandschef des Touristikkonzerns vorgesehen. Wie aus Kreisen der beiden Cook-Gesellschafter Lufthansa  und KarstadtQuelle  am Donnerstag verlautete, soll der 50-Jährige am Freitag dem Aufsichtsrat als Nachfolger des bisherigen Cook-Chefs Wolfgang Beeser vorgeschlagen werden.

Beeser war Anfang 2004 an die Spitze des damals kurz vor dem finanziellen Aus stehenden Reisekonzerns berufen worden und hat bereits vor längerer Zeit angekündigt, bis zum Jahresende in den Ruhestand zu gehen.

Die beiden Gesellschafter des zweitgrößten europäischen Reisekonzerns hätten sich erst in dieser Woche kurzfristig auf Holtrop als Kandidaten verständigt, erfuhr Reuters aus den Kreisen. Ein Sprecher von Thomas Cook wollte dies am Donnerstag gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren.

Holtrop war aber offenbar nicht der einzige Kandidat. Wie manager-magazin.de aus Unternehmenskreisen erfuhr, wurde intensiv über Thomas-Cook-Vorstand Ralf Teckentrup als potenziellen Chef gesprochen. Teckentrup hatte sich zuletzt bei der Sanierung der Ferienfluglinie Condor, die eine der Fluggesellschaften von Thomas Cook ist, Verdienste erworben. Der ehemalige Lufthanseat war Anfang 2004 zu der Fluggesellschaft gekommen. Die Gesellschafter Lufthansa und KarstadtQuelle hatten damals wegen der miserablen Finanzlage die Notbremse gezogen und das alte Management um Stefan Pichler ausgetauscht.

Dass Teckentrup nun ein Aufstieg verwehrt blieb, hat vor allem mit der Gesellschafterstruktur zu tun. Teckentrup, der sich als langjähriger Netzwerkchef der Lufthansa den Titel "the brain" erwarb, war beim Miteigentümer KarstadtQuelle nicht mehrheitsfähig.

Deswegen einigten sich die Gesellschafter mit Holtrop auf einen neutralen Kandidaten. Holtrop war im September 2004 bei T-Online ausgeschieden, da er nicht zum Chef der neuen Telekom-Sparte Festnetz/Breitband berufen wurde. Seine berufliche Karriere hatte er in der Touristikbranche gestartet. Unter anderem war er beim Robinson Club tätig. Dieser gehört zum Reisekonzern Tui  - dem schärfsten Konkurrenten von Thomas Cook.