Donnerstag, 19. September 2019

Lebensvereinfachung "Ballast abwerfen, Leichtigkeit gewinnen"

Wer sein Leben entrümpeln will, sollte mit dem eigenen Schreibtisch anfangen, sagt Werner Tiki Küstenmacher. Der Bestsellerautor erklärt im Interview mit manager-magazin.de, wie man Wichtiges von Unwichtigem trennt und sich auf das Wesentliche konzentriert.

mm.de:

Herr Küstenmacher, eigentlich sind Sie Pfarrer. Wie kam es dazu, dass Sie sich der Lebensvereinfachung gewidmet haben?

Werner Tiki Küstenmacher ist studierter evangelischer Pfarrer und Journalist. Seit 1990 arbeitet er als freiberuflicher Karikaturist, Autor und Kolumnist. Bekannt wurde Küstenmacher mit dem Bestseller "Simplify your Life".
Küstenmacher: Bei der Simplify-Idee geht es darum, dass man sich klar macht, was wirklich wichtig im Leben ist. Es geht dabei nicht darum, sich von allem Weltlichen zu verabschieden, sondern darum, auf den Kern des eigenen Lebens zu stoßen.

Die Frage ist: Was ist das Wichtige? Was zählt wirklich? Da hilft es - so absurd es klingt - wenn die materiellen Verhältnisse erst einmal schlechter werden. Erst wenn die Kurve nach unten zeigt, überlegt man sich, was der Sinn des Lebens ist, was man weglassen kann, was wichtig ist.

mm.de: Ist das eine theoretische Einsicht oder eine persönliche Erfahrung?

Küstenmacher: Beides. Ich hatte in meinem Leben mehrfach Schwellen, die ich überschreiten musste. Das war nicht immer leicht. Eine dieser Schwellen war, als ich mich selbstständig gemacht habe. In diesen Situationen musste ich etwas Vertrautes zurücklassen und darauf vertrauen, dass ich meinem Ziel ein Stück näher komme.

mm.de: Sie haben in der Vergangenheit über 50 Bücher publiziert und sind, glaube ich, in Arbeit ertrunken. War das Simplify-Buch für Sie eine Art Katharsis?

Küstenmacher: Die Arbeit am Buch hatte durchaus einen selbsttherapeutischen Ansatz. Das Blöde ist nur: Seitdem das Buch so erfolgreich ist, ist der wieder ziemlich zunichte gemacht.

mm.de: Haben Sie keine Sekretärin?

Küstenmacher: Mittlerweile schon. Trotzdem bleibt viel an einem selbst hängen.

mm.de: Auch weil Sie zu Hause arbeiten und dort mit Ihnen Frau und drei Kinder leben?

Küstenmacher: Sicher. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben.

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