Pharmaindustrie Chef von Merck & Co. tritt ab

Der US-Pharmakonzern tauscht seinen Vorstandschef aus. Raymond Gilmartin, der seit 1994 auf dem Chefsessel saß, muss gehen. Mit Richard Clark rückt ein langjähriger Merck-Kenner auf. Merck & Co. zieht damit offensichtlich personelle Konsequenzen aus dem Vioxx-Debakel.

Whitehouse Station - Der amerikanische Pharmakonzern Merck & Co.  hat personelle Konsequenzen aus dem skandalträchtigen Verkaufsstopp seines Schmerzmittels Vioxx gezogen.

Wie der Verwaltungsrat am Donnerstag vor Börseneröffnung in den USA mitteilte, wurde Richard T. Clark zum Nachfolger des bisherigen Konzernchefs Raymond Gilmartin ernannt.

Gilmartin war in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geraten, nachdem das umsatzstarke Schmerzmittel Vioxx wegen schwerer Nebenwirkungen im vergangenen September vom Markt genommen werden musste. Studien hatten gezeigt, dass allein in den USA bis zu 140.000 Menschen Herzinfarkte und Schlaganfälle nach der längeren Einnahme des Mittels erlitten hatten. Merck verzeichnete im ersten Quartal 2005 einen Gewinnrückgang von 15 Prozent.

Clark wurde mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden (CEO) und Präsidenten ernannt. Der 59 Jahre alte Manager war bisher Chef der Pharmaproduktion. Zuvor war er CEO und Vorsitzender des Verwaltungsrates bei Medco Health Solutions gewesen. Clark wurde außerdem in Mercks Verwaltungsrat gewählt. Die Wahl eines neuen Verwaltungsratsvorsitzenden (Chairman) steht noch aus. Gilmartin, der seit 1994 Vorstandsvorsitzender des Pharmakonzerns war, werde als "Special Advisor" weiterhin den Verwaltungsrat unterstützen, teilte Merck & Co. weiter mit.

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