Neuer Airbus-Chef Frankreichs Angst vor dem EU-Referendum

Die Suche nach einem neuen Airbus-Vorstandschef verzögert sich offenbar mindestens bis Ende Mai. Die französische Regierung befürchtet laut Medienberichten, die Personalie könnte das Referendum über die EU-Verfassung negativ beeinflussen, sollte kein Franzose den Posten übernehmen.

München - Die Entscheidung für einen neuen Chef des europäischen Flugzeugbauers Airbus könnte Presseberichten zufolge möglicherweise erst nach dem Referendum in Frankreich zur EU-Verfassung Ende Mai fallen.

Die französische Regierung befürchte, dass sich die Wahl des neuen Airbus-Chefs negativ auf die Abstimmung über die EU-Verfassung am 29. Mai auswirken könnte, falls kein Franzose neuer Airbus-Chef wird. Dies könnte den Gegnern der EU-Verfassung helfen, berichten "Handelsblatt" und "Financial Times Deutschland" übereinstimmend.

Aus Branchenkreisen hieß es zwar, das Board des Airbus-Mutterkonzerns EADS komme am heutigen Freitag zusammen, um einen neuen Chef für den Flugzeugbauer zu finden. Offenbar sei aber noch nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.

Der bisherige Airbus-Chef Noel Forgeard wechselt zusammen mit dem Chef der Verteidigungssparte Thomas Enders Mitte Mai an die Spitze des EADS-Konzerns, der traditionell von einer deutsch-französischen Doppelspitze geführt wird. Den Unternehmensgepflogenheiten zufolge berichtet ein Deutscher immer an einen Franzosen und ein Franzose an einen Deutschen.