DaimlerChrysler-Prozess Kerkorian geht in Berufung

Der Prozess des US-Milliardärs Kirk Kerkorian gegen den Autobauer DaimlerChrysler geht in die zweite Runde. Nachdem seine milliardenschwere Schadenersatzklage gegen den Zusammenschluss der beiden Einzelkonzerne Daimler-Benz und Chrysler vor drei Wochen abgewiesen wurde, hat Kerkorian jetzt Berufung eingelegt.

Detroit - Gegen die Abweisung seiner Schadenersatzklage, mit der er von DaimlerChrysler  und Vorstandschef Jürgen Schrempp 1,35 Milliarden Dollar plus Zinsen erstreiten wollte, legte Kirk Kerkorian am Donnerstag (Ortszeit) in Detroit Berufung ein. "Wir sind mit dem Urteilsspruch nicht einverstanden und glauben, dass die Entscheidung die falsche Botschaft an die Investorengemeinde und Aktionäre börsennotierter Firmen sendet", begründete Kerkorians Anwalt Terry Christensen den Antrag.

"Wir glauben, dass dieses Thema größer ist als der Streit zwischen Tracinda und DaimlerChrysler", hieß es in Christensens Mitteilung. Kerkorians Investmentfirma Tracinda versprach, alle möglichen Schadenersatzzahlungen an wohltätige Organisationen zu spenden.

Kerkorian war mit seiner Aufsehen erregenden Milliardenklage vor dem Bezirksgericht in Wilmington in Delaware vor drei Wochen auf ganzer Linie gescheitert. Der in Las Vegas reich gewordene Kerkorian hatte DaimlerChrysler vorgeworfen, den Zusammenschluss fälschlich als "Fusion unter Gleichen" deklariert zu haben, um den Chrysler-Aktionären weniger für ihre Anteilsscheine zahlen zu müssen als bei einer Übernahme. Kerkorian war vor der Fusion mit rund 13 Prozent größter Einzelaktionär des US-Autobauers. DaimlerChrysler hatte dagegen gehalten, dass gerade Kerkorian über alle Vorgänge stets informiert gewesen sei.

"Das Gericht ist zu dem Schluss gekommen, dass es Tracinda nicht gelungen ist, den Vorwurf des Betrugs und der Verletzung des Börsengesetzes zu beweisen", hatte Richter Joseph Farnan geurteilt. Der Anwalt von DaimlerChrysler, Michael Schell, gab sich gelassen: Eine andere Entscheidung im Berufungsverfahren sei äußerst unwahrscheinlich. "Das US-Bezirksgericht hat keine faktische oder rechtliche Grundlage für die Klage von Tracinda gefunden, und daran ändert sich durch die Berufung nichts", sagte er.