Opel Abschied vom Blitz

Finanzvorstand bei Opel - der Job gehört derzeit sicher zu den prekären Führungsaufgaben in der deutschen Wirtschaft. Bernhard Lothschütz ist der Finanzvorstand des Autobauers und hat jetzt seinen Rücktritt angekündigt. Er geht in den Ruhestand.

Rüsselsheim - Opel erhält einen neuen Finanzchef. Wie das Unternehmen am Donnerstag berichtete, wird Vorstandsmitglied Bernhard Lothschütz zum 1. August 2005 in den Ruhestand wechseln.

Neuer Finanzvorstand werde Marco Molinari, bislang Controller bei der Opel-Mutter General Motors (GM) in Mexiko. Lothschütz arbeitete seit 1966 für den Konzern und zeichnete für die Finanzen der Adam Opel AG seit dem 1. April 2003 verantwortlich.

Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster dankte dem 62-jährigen für seine Tätigkeit: "Mit seiner Fachkenntnis und breit gefächerten Erfahrung hat Bernhard Lothschütz Opel durch die schwierige Restrukturierungsphase begleitet."

Arbeit als Krisenmanager

Tatsächlich muss das Unternehmen im vergangenen halben Jahr kurz vor der Zahlungsunfähigkeit gestanden haben. Laut Medienberichten vom Januar muss das Eigenkapital nahezu aufgezehrt gewesen sein. Es sei Lothschütz' Aufgabe gewesen, Kapitaltitel umzuschichten und stille Reserven zu aktivieren, um den Wert des Unternehmens auf legalem Weg zu erhöhen und so den Untergang der Traditionsmarke zu verhindern.

Molinari arbeitet nach Opel-Angaben seit 1991 für GM. Er werde bereits zum 1. Juni zu Opel wechseln, um eine reibungslose Wachablösung sicher zu stellen.

Bevor der diplomierte Betriebswirt Lothschütz vor zwei Jahren den Posten des Finanzvorstandes Walter G. Borst übernahm, verantwortete er als Executive Director das Finanzressort der GM- Marke Holden in Australien. Zuvor war er für den US-Konzern in Führungspositionen unter anderem in Spanien, Österreich und Ungarn tätig.