Karrierefaktoren Selbstdarsteller verdienen mehr

Was zählt wirklich auf dem Weg an die Spitze? Herkunft und Geschlecht, aber auch Stringenz sind entscheidend. "Die Musterkarriere kennt keine Pausen", sagt Professor Wolfgang Mayrhofer, der in einer groß angelegten Studie die Erfolgsfaktoren für den Aufstieg analysiert hat - mit teils überraschenden Ergebnissen.
Von Claus G. Schmalholz

Hamburg - Welche Faktoren entscheiden über den beruflichen Erfolg? Dieser Frage ist die Wirtschaftsuniversität Wien in einer groß angelegten Studie nachgegangen, bei der sie die Karrierewege 1000 deutschsprachiger Führungskräfte in den vergangenen Jahrzehnten analysierte.

Die Ergebnisse - die das manager magazin ausführlich und exklusiv in seiner am Freitag (22. April) erscheinenden Ausgabe vorstellt - belegen, dass Herkunft und Geschlecht für den Aufstieg immer noch eine wichtige Rolle spielen. Die Resultate zeigen aber auch, dass sich mit der richtigen Karrieretaktik soziale und biologische Karrierehürden überwinden lassen.

Der Vergleich der Berufswege von Absolventen aus den 70er, 80er und 90er Jahren zeigt, dass die Manager mit der meisten Führungsverantwortung zum größten Teil aus Akademikerfamilien stammen. Die geschlechtsspezifischen Aufstiegsunterschiede ermittelten die Karriereforscher mit einer Gruppe von 52 virtuellen Zwillingspaaren, die sich nur im Geschlecht unterschieden.

Der Vergleich zeigt, dass die Vorteile der Männer am Karrierebeginn kaum spürbar sind, nach einigen Jahren aber deutlich zu Tage treten. Nach zehn Jahren im Beruf verdienen Männer im Schnitt 18.000 Euro mehr per annum als Frauen, außerdem führen sie größere Teams.

Bei der Wahl der richtigen Karrieretaktik zeigen sich im Zeitverlauf deutliche Veränderungen. Während früher intensive Kontaktpflege das Vorankommen erleichterte, sind in jüngster Zeit vor allem Manager mit einer ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstdarstellung erfolgreich.

Dieser Typ von Führungskräften verdient im Durchschnitt besser und hat mehr Mitarbeiter unter sich als beziehungsorientierte Manager. "Selbstinszenierung zahlt sich mehr aus als Beziehungsarbeit", sagt Wolfgang Mayrhofer, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien und Leiter der Studie.

Wer rasch aufsteigen will, muss zudem einen überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz zeigen und möglichst wenig Umwege einplanen. Allzu häufige Posten- und Unternehmenswechsel sowie Karriereunterbrechungen, etwa für die seit Jugendtagen erträumte Weltreise, behindern den Aufstieg und den monetären Erfolg. "Die Musterkarriere ist durchgängig und kennt keine Pausen", sagt Mayrhofer zum idealen Karriereverlauf.

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