Rückzieher Doch keine Professur für Ackermann

Die Uni Frankfurt will nun doch nicht über die Vergabe einer Honorarprofessur an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann entscheiden. Als Begründung nannte die Uni "aktuelle Entwicklungen", die die Person Ackermann betreffen.

Frankfurt am Main - Die Entscheidung über eine Honorarprofessur für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an der Frankfurter Goethe-Universität ist bis auf Weiteres vertagt. Der Antrag das Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften werde "aufgrund der aktuellen Entwicklungen" nicht wie geplant in der Senatssitzung am 20. April behandelt, teilte die Universität am Montag mit.

Vor allem die Studentenvertretung (Asta) hat sich gegen eine Honorarprofessur für Ackermann ausgesprochen. Der promovierte Bankchef hat bereits seit 2003 einen Lehrauftrag am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

Offenbar stehen die Proteste in Zusammenhang mit Ackermanns angeschlagenem Image, nachdem der Konzernchef bei der Präsentation eines Milliardengewinns auf der Bilanzpressekonferenz am Jahresanfang gleichzeitig den Abbau von tausenden von Stellen ankündigte. Ackermann wurde damit kurzzeitig zum Symbol für soziale Kälte und ein möglicherweise fehlendes Verantwortungsgefühl in Managerkreisen.

Unterdessen sind Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, A. Michael Spence, am Montag mit der Ehrendoktorwürde der Leipziger Handelshochschule geehrt worden. Mit dieser höchsten akademischen Auszeichnung wollte die private Hochschule Wiedekings ihrer Ansicht nach vorbildliche Führung von Porsche sowie dessen Engagement für den Wirtschaftsstandort Leipzig würdigen. Spence wurde für seine Grundlagenforschung zu Märkten mit asymmetrischer Information geehrt.