Falk-Prozess Mitangeklagter aus U-Haft entlassen

Der Mitangeklagte im Prozess gegen den früheren Internet-Unternehmer Alexander Falk, Maarten R., ist wieder auf freiem Fuß. Gegen eine Kaution von 100.000 Euro wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen.

Hamburg - Der Mitangeklagte im Prozess gegen den früheren Internet-Unternehmer Alexander Falk, Maarten R., ist nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatt" (Sonnabendausgabe) aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Den Bericht bestätigte eine Gerichtssprecherin gegenüber manager-magazin.de.

Am vergangenen Mittwoch sei der Vollzug des Haftbefehls ausgesetzt worden. Der Haftbefehl bleibe aber weiter bestehen, R. habe eine Bürgschaft in Höhe von 100.000 Euro hinterlegt, hieß es weiter. Das Gericht habe einige Anordnungen diesbezüglich erlassen. So darf R. Deutschland nicht verlassen und muss jeden Wechsel seines Aufenthalts bekannt geben. "Er ist weiterhin dringend der ihm gemachten Vorwürfe tatverdächtig."

Die Richter begründeten ihre Entscheidung unter anderem damit, daß auf Grund von R.'s sozialen und persönlichen Bindungen mit den angeordneten Maßnahmen sichergestellt werden könne, daß er weiter zu den Prozeßterminen erscheinen werde. Zudem habe er sich dem Verfahren gestellt, er haben sich eingelassen und sei kooperativ. Eine Bewertung seiner Einlassung - zum Beispiel dies als Teilgeständnis zu werten - gaben die Richter nicht ab.

Reidel war 2003 mit Falk und anderen Managern festgenommen worden. Die Angeklagten sollen den Wert der Internet-Firma Ision durch Scheingeschäfte künstlich in die Höhe getrieben haben.

Dem früheren Börsenstar Falk werden schwerer Betrug, Kursmanipulation sowie Steuerhinterziehung zur Last gelegt. Seine Anträge auf Entlassung aus der Untersuchungshaft waren mehrfach abgelehnt worden.

Die Strafsache Falk ist das größte Wirtschaftsverfahren, das der Stadtstaat Hamburg je erlebt hat. Die Akten umfassen 700 Ordner und füllen einen Extraraum im Gericht. Die 283-seitige Anklageschrift nennt 76 Zeugen, 369 Urkunden und 6 Gutachten. Aufgrund der Komplexität des Verfahrens kann das Landgericht gegenwärtig keine Angaben zur Prozessdauer machen. Bislang gab es 18. Prozesstage.

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