Borussia Dortmund BVB kickt Meier raus

Der Manager und Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, Michael Meier, verlässt das börsennotierte Unternehmen. Er folgt dem Ex-Präsidenten Gerd Niebaum. Beide werden für den wirtschaftlichen Niedergang des BVB verantwortlich gemacht.

Dortmund - Das Stühlerücken an der Spitze des hochverschuldeten Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB) geht weiter. Der Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Michael Meier, scheidet zum 30. Juni dieses Jahres aus seinem Amt aus. Wie die Pressestelle des BVB am Dienstag mitteilte, entschied der Präsidialausschuss des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins, sich von Meier zu trennen und den Vertrag mit ihm nicht zu verlängern.

Auch seinen Posten als BVB-Manager stellt Meier im Sommer zur Verfügung. Meier wird gemeinsam mit dem im Februar von seinem Geschäftsführer-Posten zurückgetretenen Gerd Niebaum für die wirtschaftliche Misere des Vereins verantwortlich gemacht, die zu einer Rekordverschuldung und einer Fast-Insolvenz des Traditionsvereins geführt hatte.

Die Kritik an Meiers Geschäftsführung war unter anderem in einer Demonstration von rund 1500 BVB-Fans laut geworden. Zudem reichte eine Münchener Anwaltskanzlei gegen Meier und Niebaum Anzeige wegen Kapitalanlagebetrugs ein.

BVB-Präsident Reinhard Rauball betonte, dass der Rückzug Meiers von seinem Posten "im Sinne eines kompletten Neuanfangs in der Geschäftsführung" nötig sei. Meier kam 1989 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied zum BVB und hatte im Oktober 2000 gemeinsam mit Niebaum den Verein an die Börse geführt. In Meiers Amtszeit fielen die deutschen Meisterschaften aus den Jahren 1995, 1996 und 2002, der Gewinn der Champions League und des Weltpokals 1997, drei deutsche Supercupsiege sowie zwei Endspiel-Teilnahmen im Uefa-Cup. Über seine Tätigkeit beim BVB hinaus ist er Vorstandsmitglied bei der Deutschen Fußball-Liga GmbH (DFL) und beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

"Ich wäre bereit gewesen, mich auch weiterhin in den Dienst der Borussia zu stellen. BVB-Präsident Reinhard Rauball hat mir aber mitgeteilt, dass der Präsidialausschuss sich für eine Trennung entschieden hat. Diese Entscheidung respektiere ich, auch wenn sie mir persönlich weh tut, denn der BVB war und ist für mich nie nur ein Job gewesen, sondern immer eine Herzensangelegenheit", sagte Meier, der zuvor beim 1. FC Köln und Bayer Leverkusen tätig war.

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