Borussia Dortmund Niebaum tritt zurück

Im November 2004 war Gerd Niebaum als Präsident des krisengeschüttelten Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zurückgetreten. Nun gibt er auch das Geschäftsführeramt des Traditionsvereins auf. Kritiker werfen der Vereinsführung seit längerem Missmanagement vor.

Dortmund - Gerd Niebaum ist als Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB) Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). zurückgetreten.

Er wolle die Diskussion um seine Person beenden, die die sportliche Situation und die wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins belaste.

Der zweite Geschäftsführer Michael Meier werde die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA bis auf Weiteres alleine leiten, teilte der BVB am Mittwoch in Dortmund mit. Die Aktie  des Fußballklubs baute daraufhin ihre Gewinne vorübergehend kräftig aus und stieg in der Spitze um acht Prozent auf 2,86 Euro. Danach fiel sie um 3,8 Prozent auf 2,55 Euro zurück.

Am 14. November vergangenen Jahres hatte Jurist Niebaum nach 18 Jahren bereits das Amt des Präsidenten beim westfälischen Traditionsverein zur Verfügung gestellt. Sein Nachfolger wurde Reinhard Rauball. Niebaum war beim börsennotierten Bundesligisten wegen der hohen Verschuldung in den letzten Wochen und Monaten heftig in die Kritik geraten.

Der Börsengang im Oktober 2000 hatte Borussia 130 Millionen Euro in die Kassen gespült. Heute belasten den Verein knapp 120 Millionen Euro Schulden. Allein im vergangenen Jahr musste Niebaum einen Rekordverlust von 68 Millionen Euro vermelden. Ein Ende der Finanzkrise ist nicht in Sicht. Eine Geldspritze in dreistelliger Millionenhöhe von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) gibt es nach einem von der "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Finanzkreise am Dienstagabend verbreiteten Bericht nicht. Trotz Drucks der Düsseldorfer Landesregierung wolle WestLB-Chef Thomas Fischer kein Kapital bereitstellen.

Zudem droht dem Verein der Zeitung zufolge der Ausschluss von der Börse wegen der Verpfändung seines Namens. Die Zulassungsstelle der Frankfurter Wertpapierbörse habe sich per Auskunftsersuchen an Borussia gewandt und warte nun auf eine Erklärung des Klubs wegen der Verpfändung seines Vereinsnamens an den Kölner Versicherungskonzern Gerling. Mit einer Entscheidung werde frühestens kommende Woche gerechnet. Borussia habe die Verpfändung seines Namens beim Börsengang im Jahr 2000 verschwiegen, hieß es.