Weltwirtschaftsforum Amerika glänzt durch Abwesenheit

Beim 35. Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos sind dieses Jahr auffällig viele europäische Politiker zu sehen. Sie nutzen die Abwesenheit der regierenden US-Politikprominenz, um verstärkt für ihre Zwecke zu werben. manager-magazin.de zeigt eine Auswahl der prominenten Persönlichkeiten.

Davos - Mit einer Rede des britischen Premierministers Tony Blair begann am Mittwochabend das Weltwirtschaftsforum (WEF) 2005 in Davos. Bis zum kommenden Sonntag werden in dem schweizerischen Wintersportort rund 2250 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft über die globalen Herausforderungen debattieren.

Die Themenpalette des Treffens unter dem Motto "Verantwortung für schwierige Entscheidungen übernehmen" reicht von den internationalen Krisenherden über Fragen des Welthandels bis zum Umweltschutz. Am Abend wird das Forum traditionell vom Schweizer Bundespräsidenten eröffnet.

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac wollte sich in Davos eigentlich dafür einsetzen, dass internationale Finanztransaktionen mit einer Art Steuer zugunsten armer Länder belegt werden. Wegen schlechten Wetters konnte der Hubschrauber des Präsidenten jedoch nicht in dem Alpenort landen, so dass Chirac seinen Besuch kurzfristig absagen musste.

Mit erhobenem Zeigefinger: Ex-US-Präsident Bill Clinton

Mit erhobenem Zeigefinger: Ex-US-Präsident Bill Clinton

Foto: REUTERS
In der Diskussion:Lord Browne of Madingley, Chef von BP, Ian E. L. Davis, Managing Director bei McKinsey & Company, Rakesh Khurana, Professor an der Harvard Business School und Laura D. Tyson von der London Business School

In der Diskussion:Lord Browne of Madingley, Chef von BP, Ian E. L. Davis, Managing Director bei McKinsey & Company, Rakesh Khurana, Professor an der Harvard Business School und Laura D. Tyson von der London Business School

Foto: WEF
Handshaking: Bundeskanzler Gerhard Schroeder und Thabo Mbeki, Präsident von Südafrika

Handshaking: Bundeskanzler Gerhard Schroeder und Thabo Mbeki, Präsident von Südafrika

Foto: REUTERS
Musiker trifft Staatsmann, trifft Wirtschaftsführer:US-Frontmann Bono im Gespräch mit Tony Blair und Bill Gates

Musiker trifft Staatsmann, trifft Wirtschaftsführer:US-Frontmann Bono im Gespräch mit Tony Blair und Bill Gates

Foto: AP
Burda-Verlag-Inhaber, Philosoph und Schöngeist: Hubert Burda

Burda-Verlag-Inhaber, Philosoph und Schöngeist: Hubert Burda

Foto: AP
Erheiterung im Saal: Walter B. Kielholz (l.), Chefaufseher der Credit Suisse und Andre Kudelski, CEO des Schweizer Softwarehauses Kudelski

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Foto: REUTERS
Schauspielerin Sharon Stone: Wirbt für den Kampf gegen Aids

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Foto: AP
Veranstalter: Für das leibliche Wohl ist gesorgt

Veranstalter: Für das leibliche Wohl ist gesorgt

Foto: AP
Schauspieler Richard Gere: Gründete eine eigene Stiftung für den weltweiten Kampf gegen Aids

Schauspieler Richard Gere: Gründete eine eigene Stiftung für den weltweiten Kampf gegen Aids

Letzte Vorbereitungen: Die Zeichen sind gesetzt

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Foto: DPA
Die Diskussionen werden wohl schärfer sein: Zwei Besucher vor dem Kongresszentrum

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Foto: REUTERS
WEF-Chef Klaus Schwab: "Verantwortung für schwierige Entscheidungen übernehmen"

WEF-Chef Klaus Schwab: "Verantwortung für schwierige Entscheidungen übernehmen"

Foto: REUTERS
Diskussionsteilnehmer: John Thain von der New Yorker Stock Exchange

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Foto: AP
Novartis-Chef Daniel Vasella: Kurzer Anfahrtsweg

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Foto: AP
Charles Prince, CEO der Citigroup: Auch die größte Bank der Welt darf nicht fehlen

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Foto: REUTERS
Globalisierungsgegner: Freundliche Proteste

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Foto: AP
Demonstrationszug vor dem Kongresszentrum: Sprüche statt Gewalt

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Foto: AP
Gegen die Globalisierung: Demonstranten besetzen die Straße

Gegen die Globalisierung: Demonstranten besetzen die Straße

Foto: AP




Treffen der Prominenz
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Zum Auftakt will der britische Premier Blair eine Initiative der sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8) zum Klimaschutz vorstellen. Großbritannien hat in diesem Jahr turnusgemäß den G-8-Vorsitz. Die Gefahren durch die weltweite Klimaerwärmung sollen eines der Schwerpunktthemen der britischen G-8-Präsidentschaft sein.

Anders als in den Vorjahren wird auch eine Reihe deutscher Spitzenpolitiker in Davos erwartet. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich ebenso angesagt wie Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und CDU-Chefin Angela Merkel.

Aus den USA reisen kurz nach Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident George W. Bush diesmal keine hochrangigen Regierungsvertreter an. Dafür gehören der gescheiterte Präsidentschaftskandidat John Kerry und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton zu den 2.500 Gästen.

Das WEF-Treffen soll nach Worten des Gründers Klaus Schwab im Zeichen der Neuanfänge stehen. Erstmals werden auf der Davoser Bühne daher unter anderem Palästinenser-
präsident Mahmud Abbas und der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko sein.

Mehr als 500 Top-Manager

Mehr als 500 Top-Manager

Insgesamt werden 23 Staats- und Regierungschefs, 72 Minister sowie Vertreter internationaler Organisationen, der Kirchen und der Wissenschaft in Davos diskutieren. Auch Globalisierungskritiker werden zu Wort kommen.

Zudem sind mehr als 500 Top-Manager führender Unternehmen anwesend. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, VW-Vormann Bernd Pischetsrieder und Telekom-Leiter Kai-Uwe Ricke lassen sich ebenso blicken wie Microsoft-Gründer Bill Gates, der Computermogul Michael Dell und Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina.

Stefan Jentsch, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank , will sich beispielsweise am Freitag in einer Diskussion mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch mit der Frage auseinandersetzen, warum Europa so wenig neue Jobs schafft.

Post-Chef Klaus Zumwinkel diskutiert am Samstag zusammen mit Angela Merkel und dem französischen Wirtschaftsminister Hervé Gaymard über die wirtschaftliche Situation in Europa. Die Moderation übernimmt der EU-Industriekommissar Günther Verheugen. Auch Bundesbankpräsident Axel Weber und das neue Mitglied im Sachverständigenrat Beatrice di Mauro werden über Wechselkurse und Hedge-Fonds sprechen.

Zwischen die politisch-ökonomische Elite mischen sich dabei vermehrt Showgrößen mit sozialem Anliegen. Die Veranstalter sprechen von "Persönlichkeiten aus der kulturellen Welt". Künstler wie die US-Filmstars Angelina Jolie und Richard Gere sowie Rockstar Bono wollen für ihren Kampf gegen Armut und Aids in der Welt werben. Sharon Stone, Peter Gabriel und Lionel Richie werden ebenfalls auftauchen.

Zum Schutz der Prominenten setzt die Schweiz unter anderem rund 5500 Soldaten ein. An den Hauptstraßen des schweizerischen Wintersportorts errichtet die Polizei Kontrollposten. Überall sind uniformierte Sicherheitskräfte zu sehen. Die Veranstalter hatten vor Beginn mitgeteilt, dass die schweizerische Luftwaffe bereit stehe, jedes Flugzeug abzuschießen, dass sich ohne Genehmigung dem Tagungsort nähere.

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