Vivendi Fourtou geht - Messier muss blechen

Der französische Medienkonzern bekommt im April nächsten Jahres einen neuen Vorstandschef. Jean-Bernard Lévy löst dann Jean-René Fourtou ab, der nahtlos in den Aufsichtsrat wechselt. Derweil ist Ex-Chef Messier zur Zahlung eines Strafgeldes verurteilt worden.

Paris - Nach zweijährigen Sanierungsarbeiten verlässt der Chef von Vivendi Universal , Jean-René Fourtou, zum April nächsten Jahres seinen Posten. Der Verwaltungsrat von Vivendi Universal (VU) hat am Dienstag in Paris dieser Entscheidung zugestimmt, hieß es nach Angaben des Unternehmens. Als Nachfolger ist Fourtous bisheriger Stellvertreter Jean-Bernard Lévy vorgesehen. Der 64 Jahre alte Fourtou soll Vorsitzender des Aufsichtsrates werden.

Fourtou hatte im Juli 2002 nach der Entlassung von Jean-Marie Messier die Führung des Medienkonzerns übernommen, nachdem dieser mit übermäßigen Firmenkäufen das Unternehmen in eine tiefe Schuldenkrise gestürzt hatte. Mit einer strikten Sparpolitik und Verkäufen zahlreicher Beteiligungen im Musik- und Filmbereich war es Fourtou gelungen, den Konzern auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Im November hatte VU einen Reingewinn von 776 Millionen Euro für das dritte Quartal 2004 bekannt gegeben, im Vergleich zu 131 Millionen im Vorjahreszeitraum. Gewinn bringend sind dabei in erster Linie die Mobiltelefonnetze.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass die Börsenaufsicht in Paris Messier zur Zahlung von einer Million Euro Strafgeld verurteilt hat. Messier habe die Finanzlage des Unternehmens 2002 falsch dargestellt und falsche Angaben über die Höhe der Schulden 2000 gemacht, teilte sein Anwalt mit. Die Pariser Justiz ermittelt gegen Messier wegen Kursmanipulationen, die Verbreitung falscher Informationen und Unterschlagung.

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