HypoVereinsbank Großes Stühlerücken

Die HVB-Aufsichtsräte haben einen weit reichenden Umbau der Führungsetage beschlossen. Neben der Ex-Citibankerin Christine Licci rückt auch Johann Berger, bislang Chef des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate, in den HVB-Vorstand. Der Osteuropa-Verantwortliche Gerhard Randa soll überraschend gehen.

München - Die frühere Citibank-Deutschlandchefin Christine Licci soll - wie manager magazin bereits vor einigen Tagen berichtet hatte - das heimische Privatkundengeschäft der HypoVereinsbank sanieren. Die 40-Jährige ist vom Aufsichtsrat in den Vorstand berufen worden, teilte die HypoVereinsbank  am Montag mit.

Ebenfalls neu in den Vorstand kommt ab April Johann Berger. Der bisherige Vorstandssprecher der Hypo Real Estate Bank führt von April an das Firmenkundengeschäft in Deutschland, Licci das Privatkundengeschäft. Die beiden sollen das angekündigte Sparprogramm umsetzen, dem laut Branchenspekulationen noch einmal bis zu 3000 Arbeitsplätze in Deutschland zum Opfer fallen könnten.

Damit teilen sich die beiden Manager das Aufgabengebiet des bisherigen Deutschland-Chefs Michael Mendel. Dieser wird Nachfolger des Österreich- und Osteuropaverantwortlichen Gerhard Randa, der überraschend zur nächsten Hauptversammlung von seinen Aufgaben entbunden wird. Anschließend soll er in den Aufsichtsrat der HypoVereinsbank einrücken.

Mit den Berufungen will die HVB ihr ertragsschwaches Deutschland-Geschäft stärken und eine Verjüngung des Vorstands einleiten. "Wir freuen uns, mit Christine Licci und Johann Berger zwei profilierte Banker gewonnen zu haben, die in der Finanzbranche einen exzellenten Ruf genießen", sagte Vorstandschef Dieter Rampl.

Überraschender Abgang des Osteuropa-Chefs

Die Südtirolerin Licci war bis zum Frühjahr Deutschland-Chefin der Citibank. Unter ihrer Führung machte die Bank mitten in der Branchenkrise satte Gewinne. Im vergangenen Jahr sank der Gewinn allerdings. Licci betonte aber, dass sie auf eigenen Wunsch gegangen sei.

Die HypoVereinsbank war im dritten Quartal mit einem Gewinn von sechs Millionen Euro nur knapp an der Verlustzone vorbeigeschrammt. Während die Bank in Österreich und Osteuropa viel Geld verdient, gilt das lange defizitäre Deutschlandgeschäft als Schwachpunkt. Mehrmals wechselte in den vergangenen Jahren die Führung.

Der Abschied Randas kommt überraschend. Er ist bei der HypoVereinsbank auch Chief Operating Officer und damit für das operative Geschäft verantwortlich. Die Umsetzung des angekündigten Sparprogramms erfordere ein Engagement, das deutlich über seine Amtszeit hinausgehe, sagte Randa zur Begründung.

Berger hatte erfolgreich das Deutschlandgeschäft der Hypo Real Estate saniert. Ihm gelang es unter anderem, ein milliardenschweres Paket von problematischen Krediten zu verkaufen. Sein Nachfolger als Vorstandssprecher der Hypo Real Estate Bank wird Frank Lamby, derzeit für das Risikomanagement der Hypo-Real-Estate-Gruppe verantwortlich.

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