Gehalt Was Banker verdienen

Um durchschnittlich 3 Prozent sind die Gehälter der leitenden Bankangestellten in 2004 gestiegen. Einer Studie zufolge haben dabei Angestellte bei öffentlich-rechtlichen Banken den größten Gehaltssprung gemacht.

Gummersbach - Die Gehälter der leitenden Angestellten in Banken werden 2004 um durchschnittlich 3,0 Prozent (2003: 3,2 Prozent) gestiegen sein. Lediglich bei den öffentlich-rechtlichen Banken lagen die Gehälter über dem Mittelwert (3,9 Prozent). Im Durchschnitt erziele ein Manager der ersten Führungsebene unter dem Vorstand ein Jahresgesamtgehalt von 105.000 Euro und auf der zweiten Ebene von 80.000 Euro, teilte die Managementberatung Kienbaum am Freitag mit.

Allerdings ist die Spannbreite der Jahresgesamtbezüge sehr hoch: Sie reicht von unter 40.000 Euro bis über 200.000 Euro. Dies sind die Ergebnisse der Vergütungsstudie "Leitende Angestellte in Banken". Die höchsten Gehälter zahlen Privatbanken, am wenigstens verdienen die Experten der Genossenschaftsbanken. Frauen sind mit etwa fünf Prozent auf der ersten und elf Prozent auf der zweiten Führungsebene in der Finanzwelt stark unterrepräsentiert.

An der Studie beteiligten sich 112 Kreditinstitute, die Daten zu 1.961 Positionsinhabern meldeten. Ausschlaggebend für die Höhe der Vergütung sind neben der ausgeübten Funktion der Führungskraft, die Größe und die Bankart des Instituts. Die höchsten Gehälter werden im Durchschnitt bei den Privatbanken erzielt, während Führungskräfte in den Genossenschaftsbanken am geringsten verdienen.

Trend zur variablen Vergütung

Insgesamt 30 Prozent aller Führungskräfte in Banken haben eine Universität oder Fachhochschule absolviert. Unter den Führungskräften mit Hochschulabschluss dominieren mit 59 Prozent die Absolventen wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge. Einen nennenswerten Anteil bilden aber auch die Juristen mit 16 Prozent.

Auffällig ist im genossenschaftlichen Bankensektor der sehr geringe Akademikeranteil und hohe Anteil von Bankkaufleuten. Bildung macht sich auch in Banken bezahlt: Ein promovierter Manager der ersten Ebene erzielt ein Jahresgesamtgehalt von 141.000 Euro, während sein Kollege als Bankkaufmann lediglich 96.000 Euro erzielt.

Zusätzlich zum Festgehalt erhalten in diesem Jahr 76 Prozent der Führungskräfte der ersten Ebene und 65 Prozent der zweiten Ebene einen variablen Gehaltsanteil. Dieser liegt bei durchschnittlich 20.000 beziehungsweise 12.000 Euro. Für 62 Prozent der Führungskräfte hat sich die Höhe der variablen Vergütung 2003 gegenüber 2002 erhöht.

37 Prozent der Führungskräfte haben dagegen weniger Erfolgsbeteiligung erhalten und 23 Prozent der Führungskräfte mussten Einbußen von mehr als 25 Prozent hinnehmen. "Der Trend zu variablen Vergütungssystemen auf der Basis von Zielvereinbarungen ist ungebrochen: Die Mehrheit der Banken praktiziert zumindest in den Marktbereichen für ihre Führungskräfte ein solches Zielbonussystem. Eine Ausweitung auf weitere Führungskräfte, vor allem aber in den Tarifbereich hinein, ist von insgesamt mehr als einem Drittel der Banken geplant. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Viele befinden sich schon in konkreten Umsetzungsprojekten", so Martin von Hören, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.