Bankenverband Müller wird Präsident

Klaus-Peter Müller heißt der künftige Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken. Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank löst im Frühjahr 2005 Rolf-E. Breuer ab, der das Amt seit 2001 ausübt.
Von Arne Stuhr

Frankfurt/Berlin - Der Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) hat am Montag entschieden, dass Klaus-Peter Müller, Sprecher des Vorstandes der Commerzbank , künftiger Präsident des Bankenverbandes wird. Müller tritt sein Amt am 11. März 2005 an und löst Rolf-E. Breuer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank , ab.

Breuer hatte das Amt des Bankenpräsidenten im November 2001 von Frank Heintzeler übernommen, der sein Amt wegen möglicher Interessenskollisionen niedergelegt hatte, nachdem die von ihm damals geführte Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) von der Landesbank Baden-Württemberg übernommen worden war.

Breuer, der schon bald nach seiner Wahl vom Vorstand in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank wechselte, sollte das Amt eigentlich nur für eine Amtsperiode bekleiden. Als sich im November 2002 aber abzeichnete, dass kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung stand, wurde Breuers Mandat verlängert.

Auch Commerzbank-Primus Müller fiel damals als Kandidat durch, unter anderem weil er sich mit harscher Kritik an der Bundesregierung wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. In erster Linie sprach gegen ihn aber eine aufgrund der massiven Probleme bei der Commerzbank damals für sehr wahrscheinlich gehaltene Fusion zum Beispiel mit der HypoVereinsbank .

Das Verhältnis zum Kanzler ist wieder intakt

Nachdem beide Banken auf absehbare Zeit keinen Zusammenschluss mehr anstreben, und auch das Verhältnis des Commerzbank-Lenkers zum Bundeskanzler wieder als geheilt gilt, war der Weg nun offenbar für Müller frei. Dass der 60-jährige Rheinländer, dessen Vater Oberbürgermeister von Düsseldorf war, sich gerne staatsmännisch gibt, war jüngst wieder auf dem European Banking Congress in Frankfurt zu beobachten, wo Müller sichtlich das Agieren auf großer Bühne genoss.

Einer seiner noch im Frühjahr hoch gehandelten Konkurrenten, Detlef Bierbaum von Sal. Oppenheim, warf sich wohl endgültig selbst aus dem Rennen, als er sich als Aufsichtsratsvorsitzender der Immobiliengesellschaft IVG  auf deren Hauptversammlung Ende Mai dieses Jahres in Bonn kräftig blamierte , da ihm die Führung des Aktionärstreffens aus den Händen glitt. Auch die kolportierten Ambitionen des langjährigen BdB-Hauptgeschäftsführers Manfred Weber auf das Präsidentenamt verliefen im Sand.

Dass sich ein Bankenpräsident nicht nur als Grüßonkel und Salonlöwe gerieren muss, machte der scheidende BdB-Präsident Breuer eins um andere Mal deutlich. So stieß zum Beispiel seine Aussage im Dezember 2002, die Banken könnten sich eine Weitergabe der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank an ihre Kunden "nicht leisten", auf heftigen Protest. Einige Kritiker unterstellten Breuer damals sogar kartellartige Absprachen.

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