Autoindustrie Wenn nicht Fiat, dann eben Lamborghini

In der Autoindustrie wechseln derzeit die Führungskräfte wie selten zuvor. Das scheint auch Fiats Deutschland-Chef motiviert zu haben. Ihn zieht es nach Italien, zur Audi-Tochter Lamborghini.

Hamburg - Stephan Winkelmann wird Präsident von Lamborghini. Das melden die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und das "Handelsblatt" mit Verweis auf Branchenkreise. Offiziell ist bis dato aber nur, dass der 40jährige Manager seinen jetzigen Arbeitgeber, Fiat Deutschland, verlässt. Winkelmann hatte dort das Amt des Vorstandsvorsitzenden inne.

Der 40jährige Vertriebschef hatte erst im Februar dieses Jahres diese Aufgabe übernommen. Zuvor hatte er die Geschicke des in der Krise befindlichen italienischen Automobilherstellers in Österreich und in der Schweiz geleitet. Winkelmann agierte in einem schwierigen Marktumfeld - und erreichte die ihm vorgegebenen Ziele nicht. In den ersten zehn Monaten sind gerade einmal 70.000 Autos verkauft worden. Der Marktanteil ist auf 2,6 Prozent gesunken.

Winkelmann ist nicht der Erste, dem eine längere Amtszeit als Deutschland-Statthalter von Fiat vergolten war. Allein in den vergangenen fünf Jahren hatten fünf verschiedene Manager diesen Posten inne.

Winkelmann löst bei Lamborghini Werner Mischke ab. Mischke, einst Entwicklungsvorstand bei Audi, hatte Anfang 2003 beim italienischen Sportwagenbauer angefangen, der seit 1999 zu Audi, und damit zu Volkswagen , gehört. Dieses Jahr soll der Absatz von Lamborghini auf 1500 bis 1800 Stück steigen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden etwa 1100 Lamborghinis weltweit verkauft. Neustes Modell ist der Gallardo, der mit 150.000 Euro für einen Lamborghini fast schon als Schnäppchen gilt.

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