Manager-Image Viele Feindbilder

Die Unternehmensführung überlassen die meisten Deutschen einer Studie zufolge am liebsten ihrem Chef und machen lieber Dienst nach Vorschrift. Den Eliten wird trotzdem - oder gerade deswegen - kategorisch misstraut. Knapp drei Viertel der Bevölkerung halten Politiker und Manager für unehrlich und unredlich.

Frankfurt - Eine Studie der Meinungsforscher von Gallup fällt ernüchternd aus: 76 Prozent aller Deutschen trauen den Politikern nicht über den Weg, 70 Prozent halten die Manager für unehrlich.

In Auftrag gegeben hatte die Umfrage das World Ecomonic Forum, 50.000 Bürger nahmen daran teil - und nirgendwo auf der Welt gehen die Befragten mit ihren Eliten so hart ins Gericht wie in Deutschland. Knapp drei Viertel kritisieren, dass Politiker zuviel Macht haben.

Nur wenig besser sieht das Bild aus, das die Deutschen von den Wirtschaftslenkern haben. Der Umfrage zufolge halten sieben von zehn Deutschen die Konzernchefs für unehrlich, 80 Prozent werfen ihnen zu große Machtfülle vor. Und bei der Frage nach dem ethischen Verhalten fällen nur die Bürger in Costa Rica und Albanien ein noch pessimistischeres Urteil als die Deutschen.

Wie tief die Kluft zwischen der deutschen Politik- und Wirtschaftselite und dem Normalbürger inzwischen ist, zeigt auch der Vergleich mit den Ergebnissen bei den europäischen Nachbarn. Dort fällt das Urteil der Bevölkerung deutlich milder aus.

So werfen beispielsweise nur 36 Prozent der Franzosen ihren Politikern Unehrlichkeit vor, bei den Wirtschaftsbossen können sogar nur 22 Prozent der Befragten unredliches Verhalten erkennen. Allenfalls in Japan ist es unter den großen Industriestaaten um das Vertrauen der Bürger in Politik und Wirtschaft ähnlich schlecht bestellt.

"Die Bürger rund um den Globus wollen Führungskräfte, die in der Lage sind, mutige und langfristige Entscheidungen zu treffen", kommentierte der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab die Umfrage gegenüber der "Welt".

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