Mode Jil Sander trennt sich von Jil Sander

Sie war eine der wenigen Frauen, die es ins deutsche Topmanagement geschafft hatten, ihre Firma trug sogar ihren Namen. Heute die Überraschung: Die Jil Sander AG hat sich von ihrer Gründerin getrennt - zum zweiten Mal.

Hamburg - Das Unternehmen und die Modeschöpferin seien übereingekommen, ihre Kooperation einvernehmlich zu beenden, teilte die Firma in einer Ad-hoc-Mitteilung mit. Eine nähere Begründung gab es nicht. Die frühere Firmenchefin war erst im Mai 2003 in ihr Unternehmen zurückgekehrt. Es war 1999 mehrheitlich von der italienischen Prada-Gruppe übernommen worden war, damals schied Sander zum ersten Mal aus.

Prada und Sander schienen von Anfang an nicht für einander geschaffen. Für die damals anvisierten Synergien mit Prada wollte die Designerin keine Abstriche an der Qualität ihrer Kollektionen machen, sie schied im Januar 2000 als Vorstandschefin aus der Hamburger AG aus. Auch ihre Firmenanteile hatte sie gänzlich an Prada verkauft.

So kam es einer Sensation gleich, dass sich die kompromisslose Modeschöpferin drei Jahre später wieder mit Prada-Chef Patrizio Bertelli arrangierte, der einst ihren Rückzug auslöste. Die öffentlichkeitsscheue Sander zeigte sich damals "hocherfreut" über ihren Wiedereinstieg als Designerin, der in der Modebranche bejubelt wurde. Schließlich war ihre Ex-Firma tief in die roten Zahlen gerutscht und benötigte wieder eine klare Handschrift. Bei der Präsentation ihrer Damenkollektion Anfang Oktober 2003 in Mailand war Sander wieder gänzlich in der Modewelt angekommen. Die 60-Jährige kreierte Mode, die frischer denn je wirkte.

Februar 2004:Model bei Präsentation der Herbst/Winter-Kollektion von Jil Sander in Mailand

Februar 2004:Model bei Präsentation der Herbst/Winter-Kollektion von Jil Sander in Mailand

Foto: AP
Oktober 2004:Transparentes und Handtäschen bei der Vorstellung der neuen Sommerkollektion

Oktober 2004:Transparentes und Handtäschen bei der Vorstellung der neuen Sommerkollektion

Foto: DPA
Strenge Sommermode, im vergangenen Monat in Mailand vorgestellt

Strenge Sommermode, im vergangenen Monat in Mailand vorgestellt

Foto: DPA
Legerer Look - Teil der Kollektion für den Sommer 2005

Legerer Look - Teil der Kollektion für den Sommer 2005

Foto: DPA


Mode von Jil Sander:
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Der Erfolg ihrer ersten Kollektion drückte sich auch in barer Münze aus: Die Konzernerlöse stiegen im 1. Halbjahr 2004 verglichen mit der Vorjahresperiode um 4,0 Prozent auf 65,4 Millionen Euro. Neben der besseren Weltwirtschaftslage war der Zuwachs auch mit der «Stärke» der Frühjahr/Sommer-Kollektion begründet worden, die von den Kunden sehr gut aufgenommen worden sei. Allerdings wurden weiter rote Zahlen geschrieben mit einem Fehlbetrag von 17,0 Millionen Euro.

Im Mai zog sich Bertelli aus dem Hamburger Unternehmen zurück und überließ es Gian Giacomo Ferraris als neuem Vorstandschef, das Vorzeige-Label der deutschen Modeindustrie wieder auf Kurs zu bringen. Auch der langjährige Sander-Finanzvorstand trat zurück.

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