Boeing Späte Reue nach Auftragsmauschelei

Bisher war es nur ein Vorwurf: Boeing soll in den USA mit unlauteren Methoden um Milliardenaufträge gebuhlt haben. Jetzt hat sich der frühere Finanzvorstand des Konzerns vor Gericht schuldig bekannt.

Washington - Der geschasste Manager, Michael Sears, räumte am Montag ein: Er habe mit Darleen Druyun, die in der US-Regierung für den Einkauf bei der US-Luftwaffe zuständig war, über einen möglichen Job bei Boeing  gesprochen. Das sei gegen die Bestimmungen gewesen. Auch habe er andere Manager von Boeing aufgefordert, mit Druyun über die Aufnahme einer Tätigkeit bei dem US-Luft- und Raumfahrtkonzern zu verhandeln, so Sears.

Druyun war später tatsächlich kurzfristig für Boeing tätig. Sowohl sie wie auch Sears wurden aber im vergangenen Jahr entlassen, nachdem die unerlaubten Gespräche bekannt wurden.

Druyun war wegen Verschwörung zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Nach Beendigung ihrer Haftstrafe wird Druyun sieben weitere Monate lang elektronisch überwacht werden, zudem muss sie eine Geldstrafe von 5000 Dollar zahlen.

Sears drohen bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe. Allerdings gehen Beobachter davon aus, dass er angesichts seiner Kooperation mit den Justizbehörden eine geringere Strafe erhält.

Boeing sieht sich einer Reihe von Vorwürfen über illegale Absprachen mit Mitgliedern der Streitkräfte ausgesetzt sowie der unerlaubten Nutzung von internen Informationen von Wettbewerbern. Daher ist das Unternehmen derzeit weitgehend von Ausschreibungen des US-Verteidigungsministeriums ausgeschlossen.

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