Commerzbank Fünf leitende Investmentbanker müssen gehen

Der Aderlass in der Investmentsparte der Commerzbank geht weiter. Nach dem Abgang von Investment-Chef Mehmet Dalman Ende September trennt sich das Institut nun von fünf weiteren leitenden Investmentbanker aus London.

London - Die Commerzbank  hat fünf Topmanagern ihres Londoner Investment-Banking gekündigt. Die fünf Banker hätten ihre schriftliche Kündigung bereits erhalten, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Kreise.

Bei den Gekündigten handele es sich um den Derivate-Chef Mark Richardson und den Aktienderivate-Leiter Eduardo Bastida sowie um Paresh Shah, Head of Securities Finance, Richard West, Head of Infrastructure, und Tim Fisher, Head of Risk.

Brian Kelly, der Leiter der Wandelanleihen-Abteilung, habe bereits in den Tagen zuvor die Bank verlassen, hieß es. Mitarbeiter hätten die überstürzten Kündigungen kritisiert, da für offene Risiko-Positionen nun die notwendige Expertise fehle, berichtet die Zeitung.

Nach Zeitungsangaben hat Nicholas Teller, der designierte Commerzbank-Chef für Investmentbanking und Firmenkunden, in der Nacht zum Freitag eilig einen provisorischen Management-Ausschuss gebildet, der die entstandenen Wissenslücken überbrücken soll. Die Commerzbank hatte angekündigt, im Investmentbanking 490 von insgesamt 1.275 Stellen zu streichen. In London müssen insgesamt 275 Investmentbanker mit Kündigungen rechnen.

Zwar trugen die Investmentbanker im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erheblich zum Ergebnis bei, im zweiten Quartal aber hatte der Bereich Securities einen Vorsteuerverlust von 47 Millionen Euro verkraften müssen. Auch in den vergangenen Jahren wurden immer wieder tiefrote Zahlen geschrieben.

Seit dem Frühjahr haben bereits mehrere hochrangige Manager der Commerzbank den Rücken gekehrt. Vor Mehmet Dalman hatte schon dessen langjähriger Weggefährte Mark Eban, Leiter der Sparte Capital Markets, die Bank verlassen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.