Lafontaine vs. Sixt Bild gezeigt, 100.000 Euro kassiert

CDU-Chefin Angela Merkel nahm es mit Humor, als der Autovermieter Sixt sie ungefragt als Werbefigur einsetzte. Oskar Lafontaine klagte vor Gericht, als Sixt sein Foto ohne Erlaubnis in der Werbung verwendete - und siegte.

Hamburg - Der Autovermieter Sixt  muss dem früheren SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine 100.000 Euro bezahlen, weil das Bild des Politikers im Jahr 1999 ohne Erlaubnis für Werbung eingesetzt wurde.

Der 7. Zivilsenat des Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG) bestätigte nach den Worten einer Justizsprecherin am Dienstag in Hamburg eine entsprechende Entscheidung der ersten Instanz. Die Berufung von Sixt sei zurückgewiesen. Eine weitere Revision zum Bundesgerichtshof habe das Gericht nicht zugelassen, so dass das Urteil rechtskräftig werde. "Wir sind mit dem Urteil sehr zufrieden", sagte Lafontaines Anwalt Matthias Prinz. "Es setzt ein deutliches Zeichen."

Sixt hatte kurz nach dem Abschied Lafontaines aus der Politik in einer Werbeanzeige ein Foto des Bundeskabinetts abgebildet und darin Lafontaine durchgestrichen. Das Unternehmen muss an Lafontaine die Entschädigung zahlen, weil Sixt mit der unberechtigten Verwendung des Bildes nicht nur mögliche Honorare eingespart, sondern auch Rechte Lafontaines verletzt habe. Die Höhe des Betrags orientiert sich laut Prinz an Honoraren, die andere Prominente für Werbeverträge erhalten.

Der Autovermieter ist für seine aufsehenerregende Werbung bekannt. So erarbeiteten die Kreativen der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt im Auftrag von Sixt eine Anzeigenseite, auf der CDU-Chefin Angela Merkel in Prinzessin-Eisenschmerz-Styling gezeigt wurde. Dazu stellen sie die Frage: "Lust auf eine neue Frisur?" Die Antwort bekam der Leser nach dem Umblättern: Dort sah man Merkel mit verwindeten, wild hochstehenden Haaren - und der Aufforderung: "Mieten Sie sich ein Cabrio."

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