Karriere Prüfungsangst hat Vorteile

Studenten neigen vor wichtigen Prüfungen zu Heulen und Zähneklappern, Schweißausbrüchen und Flatternerven. Doch zwei Forscher aus Ohio haben herausgefunden, dass Prüfungsangst bei Gedächtnisaufgaben hilft – allerdings scheitern gestresste Kandidaten häufiger bei komplizierten Aufgaben.

Hamburg - Nervosität vor dem Examen muss nicht nur Nachteile haben: Der Stress vor Prüfungen kann helfen, sich Fakten besser zu merken.

Die Fähigkeit, komplizierte Aufgaben zu lösen, nimmt in Stresssituationen hingegen ab. Das fanden David Beversdorf und Jessa Alexander von der staatlichen Universität Ohio in Columbus in Tests mit Studenten heraus. Über ihre Ergebnisse berichteten die Wissenschaftler auf der Konferenz der Gesellschaft für Neurowissenschaften in San Diego.

In ihrer Studie testeten die Neurologen bei 19 Studenten das Erinnerungsvermögen und die Fähigkeit, komplexe Aufgabenstellungen zu lösen. Die Tests fanden jeweils direkt vor einem stressigen Universitätsexamen der Probanden statt und noch einmal eine Woche nach dem Examen.

Hormonstöße in der Examenszeit

Vor dem stressigen Examen schnitten die Studenten gut bei Gedächtnistests ab, konnten jedoch schlechter komplizierte Aufgaben lösen, ergab die Auswertung. Eine Woche nach der Universitätsprüfung, als die Studenten weniger beansprucht waren, war das Gegenteil der Fall: Die Probanden schnitten weniger gut in den Erinnerungstests ab, aber besser in den Aufgaben, in denen sie bestimmte Probleme lösen sollten.

Dass Stress sich auf die Gesundheit und das Verhalten auswirken kann, war schon länger bekannt. Ob Stress allerdings auch einen Einfluss auf kognitive Fähigkeiten hat, sei bislang noch kaum untersucht worden, erklärt Beversdorf.

Wie frühere Studien zeigen, wird vom Körper in einer stressigen Zeit das mit dem Adrenalin verwandte Hormon Noradrenalin ausschüttet. Noradrenalin hilft dem Körper, bei Gefahr schnell zu reagieren. Das Hormon könne daher auch für die unterschiedlichen Fähigkeiten der Testpersonen unter Stress verantwortlich sein, vermuten die Forscher.

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