Lego Verlierer im Klötzchen-Paradies

Europas größter Spielzeughersteller steckt tief in der Krise. Nach katastrophalen Zahlen räumt Familiengesellschafter Kjeld Kirk Kristiansen den Chefposten. Sein Einfluss bei Lego bleibt aber groß - Kristiansen behält sein Amt als Vize-Aufsichtsratschef.

Billund - Der Vertreter der Eignerfamilie von Europas größtem Spielzeughersteller Lego, Kjeld Kirk Kristiansen, ist mit sofortiger Wirkung vom Vorstandsposten zurückgetreten. Er bleibt aber weiterhin stellvertretender Aufsichtsratschef. Sein Nachfolger auf dem Chefposten wird Lego-Manager Jorgen Vig Knudstorp.

Der dänische Spielzeugkonzern steckt derzeit tief in der Krise und rechnet auch in diesem Jahr mit hohen Verlusten in seinem Geschäft mit Bauklötzen. Wie das Familienunternehmen mitteilte, sei 2004 mit einem Verlust einschließlich heruntergesetzter Aktiva und anderer einmaliger Kosten von 1,5 bis 2,0 Milliarden Kronen (200 bis 270 Millionen Euro) zu rechnen. Beim Umsatz werde mit 8 Milliarden Kronen gegenüber 8,4 Milliarden Kronen 2003 gerechnet.

Die Bauklotzsysteme des in den dreißiger Jahren im jütländischen Dorf Billund gegründeten Familienunternehmens hatte in den vergangenen Jahren immer stärker gegenüber der Konkurrenz an Boden verloren. Lego will nach Angaben von Kristiansen den Verkauf von Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts mit Bauklötzen fortsetzen. Die Lego- Freizeitparks, darunter auch der 2002 in Günzburg (östlich von Ulm), sollen in einem selbständigen Unternehmen ausgegliedert werden. Die Zahl der Beschäftigten im Gesamtkonzern ist in diesem Jahr von 8.300 auf 7.300 vermindert worden.

Chef ohne Fortune

Erst Anfang des Jahres hatte sich das Familienunternehmen vom damaligen Chef Poul Plougmann getrennt. Der Grund: eine katastrophale Bilanz. Der Umsatz war 2003 um 25,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Kronen (1,1 Milliarden Euro)gesunken, der Verlust auf 1,4 Milliarden Kronen (174 Millionen Euro) gestiegen.

Spielbeginn: Lego in weiß, Spiele-Online in rot

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Foto: plag/seibert/steidl
Ecke: Lego holt aus zum entscheidenden Schlag

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Foto: plag/seibert/steidl
Tor, Tor!!!: 1 : 0 für Lego, die Spieler verneigen sich vor dem tobenden Publikum

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Foto: plag/seibert/steidl
Obacht beim Spiel: Der Linienrichter passt auf

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Foto: plag/seibert/steidl
Erste Ermüdungserscheinungen: Lars Larsson, Lego's Libero, geht erschöpft zu Boden

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Foto: plag/seibert/steidl
Das Blatt hat sich gewendet: Nach der ersten Halbzeit steht es 3 : 2 für Spiele-Online

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Foto: plag/seibert/steidl
Die Fans moblisieren die letzten Reserven: Torjäger Toni soll die Wende bringen

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Foto: plag/seibert/steidl
Es hat nicht gereicht: Toni entschuldigt sich nach dem schlimmen Patzer bei seinen enttäuschten Fans

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Foto: plag/seibert/steidl
Die Entscheidung: Peter Pixel, Stürmer bei Spiele-Online, schießt das enscheidende 4 : 2

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Foto: plag/seibert/steidl




Legos Abstieg in die zweite Liga
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Unter der Führung von Plougmann war die Beschäftigtenzahl schon von 10.000 auf 8.300 reduziert worden. Nach Aussage von Kristiansen, der damals den Posten von Plougmann übernahm, sollte Lego für 2004 ein ausgeglichenes Resultat anstreben. Dieses hehre Ziel hat Kristiansen gründlich verfehlt.

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