Holger Pfahls Der reuige Sünder will nicht heim

Der wegen Bestechlichkeit angeklagte Ex-Staatssekretär widersetzt sich beharrlich seiner Auslieferung. Zwar gesteht Holger Pfahls Fehler ein und entschuldigt sich sogar beim früheren Münchner Generalstaatsanwalt, die Vorwürfe gegen ihn seien jedoch verjährt.

Paris - Der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Holger Pfahls hat sich bei dem früheren Münchner Generalstaatsanwalt Hermann Froschauer dafür entschuldigt, dass er ihn mit seiner Flucht in ein falsches Licht gebracht habe. Bayerische Oppositionspolitiker hatten Froschauer vorgeworfen, er habe als "willfähriger Helfer" die Verhaftung seines korrupten Parteifreundes 1999 so lange verzögert, dass er entkommen konnte.

Pfahls erklärte am Mittwoch in Paris, die mitbeschuldigten Manager des Panzerherstellers ThyssenHenschel seien am 2. Mai 1999 verhaftet worden. Einen Tag später sei er "hierüber von einer Person außerhalb Bayerns unterrichtet" worden. Auf eine Anfrage hin habe der ermittelnde Augsburger Staatsanwalt seinem Verteidiger am 5. Mai bestätigt, dass ein Haftbefehl vorliege. Darauf sei er geflohen - "die falscheste Entscheidung meines Lebens", sagte Pfahls. Er war damals DaimlerChrysler-Manager in Singapur.

Nach fünfjähriger Flucht wurde er im Juli in Paris verhaftet. Die Anklage wirft ihm vor, für die Lieferung von Bundeswehr-Spürpanzern nach Saudi-Arabien 1991 knapp zwei Millionen Euro Schmiergeld von dem Lobbyisten Karlheinz Schreiber kassiert zu haben.

Wer unterschrieb das Auslieferungsbegehren?

Vor einem Pariser Berufungsgericht widersetzte sich Pfahls am Mittwoch erneut seiner Auslieferung nach Deutschland. Der Vorwurf der Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung sei verjährt, sagten seine Anwälte. Ferner bemängelte er Formfehler des Auslieferungsbegehrens, das von einer nicht identifizierten Person unterschrieben worden sei.

Die Pariser Generalstaatsanwältin Catherine Courcol-Bouchard widersprach und sagte, rechtlich stehe dem deutschen Auslieferungsantrag nichts im Wege. Die Entscheidung des Gerichts wird am 17. November erwartet. Pfahls könnte das Urteil vor dem französischen Kassationshof anfechten.

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