MG Technologies Millionenpoker um die Abfindung

Der Chef der MG Technologies AG, Udo Stark, wird am kommenden Montag sein Amt verlieren. Sein Nachfolger heißt Jürg Oleas, bis Ende Juli Primus der Ex-MG-Tochter Dynamit Nobel. Damit endet bei der MG eine Affäre um Macht und Millionen.
Von Andreas Nölting

Hamburg - Der Vorstandschef von MG Technologies AG, Udo Stark, scheidet zum 31. Oktober aus dem Unternehmen aus. Dies teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Diese Regelung steht noch unter Vorbehalt des Aufsichtsrats, der am kommenden Montag zusammenkommt. Punkt zwei der Agenda der Kontrolleure um den Vorsitzenden Jürgen Heraeus und Großaktionär Otto Happel ist die Ernennung des Nachfolgers. Nach Informationen von manager-magazin.de wird Jürg Oleas, bis Ende Juli Chef der Ex-MG-Tochter Dynamit Nobel, Stark als Vorstandsvorsitzenden ablösen.

Mit dieser Entscheidung endet eine Unternehmensposse, die selbst in der nicht gerade affärenarmen deutschen Konzerngeschichte nahezu einzigartig ist. Stark hatte sich kürzlich offen gegen seinen Kontrolleur Happel ausgesprochen und gefordert, Happel möge den Aufsichtsrat verlassen, weil dieser sich fortwährend in das operative Tagesgeschäft des Vorstandes einmische - eine äußerst merkwürdige Revolte.

Derzeit pokern die Aufsichtsräte mit Stark über die Höhe der Abfindung. Dem geldgierigen Noch-Chef reichen offensichtlich die vertraglich zugesicherten Summen nicht aus. Wie es im neuen manager magazin (Erscheinungsdatum: 22.10.) heißt, erhält Stark ein jährliches Fixgehalt in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Mindestens 4,5 Millionen Euro Trennungsgeld

Wenn die Performance stimme, könne Stark eine Sonderzahlung von maximal 20 Millionen Euro für die Gesamtlaufzeit seines Vertrages beanspruchen. Im Falle der vorzeitigen Trennung, so schreibt das manager magazin, stehe ihm allerdings nur das Fixum für die restliche Laufzeit des Vertrages zu - also rund 4,5 Millionen Euro.

Diese für den Chef eines MDax-Konzerns stattliche Summe genügt Stark als Trennungsgeld offenbar nicht. Derzeit verhandeln die Kontrolleure noch mit Stark über die Höhe der Abfindung, ist zu hören. Doch selbst wenn es zu keiner Einigung komme, werde Stark am kommenden Montag sein Amt verlieren.

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