Walter Deuss "Meilenweit von Krise entfernt"

Der langjährige Vorstandschef von KarstadtQuelle hat jegliche Mitverantwortung an der Finanzkrise des Handelskonzerns von sich gewiesen. Die Geschäftspolitik seines Nachfolgers habe das Unternehmen in die Krise gestürzt.

Frankfurt am Main - "Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an", zitierte die "Frankfurter Rundschau" (Montagausgabe) Deuss. Bei seinem Rücktritt vom Amt des Vorstandsvorsitzenden vor vier Jahren habe er seinem damaligen Nachfolger Wolfgang Urban ein Unternehmen übergeben, das "solide finanziert" und "meilenweit von einer ernsthaften Krise entfernt" gewesen sei, sagte Deuss.

Damit wandte sich Deuss unter anderem gegen Vorwürfe von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der dem Konzern "eklatante Managementfehler" in der Vergangenheit vorgeworfen hatte. Als "Unfug" bezeichnete Deuss, der den Karstadt-Konzern 15 Jahre lang führte, überdies Vorwürfe, er habe sich durch üppige Sozialleistungen die Zustimmungen der Belegschaft für seine falsche Firmenpolitik erkauft.

Ohne Wolfgang Urban namentlich zu nennen, kritisierte Deuss dem Bericht zufolge die Geschäftspolitik seines Nachfolgers. Unter dessen Ägide seien Firmen gekauft worden, die nicht in die klassische Konzernstruktur aus Einzelhandel, Versandhandel und Touristik passten. "Die Kaffeehauskette Starbucks oder das DSF-Fernsehen hätten uns nicht interessiert", zitierte das Blatt den früheren KarstadtQuelle-Vorstandschef.

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