Mittwoch, 24. April 2019

Paul Gauselmann Einer gewinnt immer

Die Münze fällt in den Schlitz, bunte Lichter blitzen und blinken, der Automat klingelt und piept. Dann kommt der Schlag: Stopp. Doch das Münzfach bleibt leer. Gut für Paul Gauselmann, Europas größten Spielautomatenhersteller. Er gewinnt, wenn andere verlieren.

Hamburg - Die Gauselman'sche Daddelgeschichte begann in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs. In dunklen Kellerlöchern zockten der junge Paul und seine Brüder Skat und Doppelkopf, gegen Angst und Langeweile. Ein doppeltes Glücksspiel, denn die Bomben fielen wie die Stiche.

Sein Erfolg war nicht nur Glückssache: Paul Gauselmann
Paul Gauselmann hatte immer Glück. Im Spiel. Den Erfolg seines Lebens hingegen hat sich der führende Glücksspielautomatenhersteller Europas größtenteils selbst erarbeitet.

Sein Blatt war gut. In jungen Jahren bewies er Talent und Begeisterung für technische Zusammenhänge und lernte den Beruf des Fernmeldetechnikers und machte eine Zusatzausbildung zum Fernmelderevisor

Mit 22 Jahren stieg er 1956 in die Entwicklungsabteilung des Espelkamper Elektronikunternehmens Harting ein. Der Verdienst des Familienvaters von vier Kindern war nun vorerst gesichert. Doch Gauselmann wollte mehr. Der junge Düsentrieb tüftelte nach Dienstschluss und brütete an Wochenenden - unermüdlich schloss er technische Lücken bestehender Produkte.

 Der Taifun zieht Zocker in seinen Bann  Macht Croupiers arbeitslos: Der automatische Roulett-Tisch der Firma Gauselmann  Ein Mitarbeiter montiert Fun-Games: Hier gewinnt man mit Kirsche, Kirsche, Kirsche

Zocker-Zauber
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Eines Tages erfand er eine Fernsteuerung für Musikboxen. Überzeugt von dem geschaffenen Mehrwert, kaufte er 20 der umgebauten Geräte und verkaufte sie an Bars und Kneipen. Das Geschäft erwies sich als lukrativ und besiegelte seine Affinität zu Automaten.

Sein Erfindungsgeist fiel bald auf. Mitte der 60er Jahre wurde er Leiter der Entwicklungsabteilung bei Harting, und kurz darauf machte er sich selbstständig.

Zusammen mit 15 Angestellten spezialisierte er sich zunächst darauf, Jukeboxen aus Amerika zu importieren, um sie den Bedürfnissen des deutschen Marktes anzupassen. Doch nicht nur von den Musikfans versprach sich der Erfinder große Gewinne. Zehn Jahre später eröffnete er die erste der heute deutschlandweit 175 Merkur-Spielotheken und 30 weiteren in den angrenzenden europäischen Nachbarländern.

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