Donnerstag, 27. Juni 2019

Hermann Bühlbecker Printen-Prinz mit Biss

5. Teil: Ziel 500 Millionen Euro Umsatz

Ziel 500 Millionen Euro Umsatz

Bei Kaffee, Sensations und Lambertissimo erzählt Bühlbecker von Gegenwart und Zukunft der Lambertz-Gruppe. "Ziel ist es, beim Umsatz die 500-Millionen-Euro-Marke zu erreichen", sagt er. Während des Gesprächs spielt er mit den Bügeln seiner Brille. Das Gebäck bleibt dagegen unangetastet.

Innovation: "Wenn man Kunden wie Aldi oder Plus nicht verlieren will, muss man dauernd etwas Neues bringen"
Mit der derzeitigen Aufstellung seines Unternehmens sei er sehr zufrieden, aber der Härte der Branche müsse man mit ständigen Innovationen bei Produkten und Distribution begegnen, sagt er. "Die Lebenszyklen der Produkte sind sehr kurz. Wenn man Kunden wie Aldi oder Plus nicht verlieren will, dann muss man dauernd etwas Neues bringen." Das bei Aldi erfolgreich platzierte Vital-Gebäck sei eine seiner Innovationen gewesen, mit der er auf den zunehmenden Gesundheitstrend reagierte.

In seiner ruhigen Stimme schwingt die Gelassenheit eines Mannes mit, der sich schon oft auf sein unternehmerisches Gespür verlassen konnte. Doch statt selbstzufrieden, wirkt er eher demütig in Anbetracht des turbulenten Marktes.

Spiegelbild der Handelswirtschaft

Der Verkauf an große Warenhäuser mache 80 Prozent seines Umsatzes aus, erzählt er. "Damit sind wir Spiegelbild der Handelswirtschaft". Der Bügel der Brille bricht. "Das passiert mir öfter", kommentiert er prompt. "Deshalb hab ich immer gleich drei davon".

Die größte Herausforderung, so der Manager, bestehe darin, den niedrigen Preisvorstellungen der Ketten zu entsprechen, ohne dabei den hohen Anspruch an die eigene Ware außer Acht zu lassen. Jedoch sei das schwer in Zeiten, in denen den Kunden jedwedes Gefühl für Tradition und Qualität verloren gehe. "Die Kunden gucken heute fast nur noch auf den Preis", und er fügt die Erkenntnis eines alten Traumas an: "Der alte Name ist zwar ein Vorteil, aber darauf darf man sich nicht ausruhen".

Bühlbecker ruht sich nicht aus. Nach dem Abschied nimmt er auf dem Weg in sein Büro gleich drei Stufen auf einmal.

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