Mittwoch, 26. Juni 2019

Hermann Bühlbecker Printen-Prinz mit Biss

4. Teil: Printen für Präsidenten

Printen für Präsidenten

Die Zufriedenheit rührt nicht von ungefähr. Lambertz ist heute einer der größten deutschen Gebäckhersteller und Marktführer für Saisongebäck. In nur 27 Jahren steigerte Bühlbecker, den Umsatz von ursprünglich zehn Millionen Euro auf zuletzt 424 Millionen Euro im Jahr. Auch die Mitarbeiterzahl wuchs von ehemals 300 auf heute 3512 Mitarbeiter.

"Als Inhaber eines Unternehmens sollte man als Multiplikator in der Öffentlichkeit auftreten": Bühlbecker verteilt seine Gaben unter den Mächtigen und Reichen dieser Welt
Diese gegenüber seinen Wettbewerbern überproportionalen Wachstumszahlen in einem stagnierenden Markt qualifizierten Bühlbecker unter anderem im Jahr 2003 zum Kandidaten des World Manager of the Year.

Auf die Frage, welche seiner Charaktereigenschaften besonders hilfreich für seinen heutigen Erfolg gewesen seien, nennt Bühlbecker die Bereitschaft, jederzeit "offensiv nach vorne zu gehen". Jedoch sei ihm gerade die Kombination von Mut und Risikobewusstsein wichtig. "Ich habe jederzeit ein "Worst-Case-Szenario im Hinterkopf", sagt er.

Nicht überraschend nennt er auch die Kommunikationsfähigkeit, die ihm "sowohl nach innen als nach außen" besonders wichtig sei. Die auswärtige betreffend betont er: "Als Inhaber eines Unternehmens sollte man als Multiplikator in der Öffentlichkeit auftreten". Wie ein Botschafter müsse man seine Funktion begreifen, sagt er weiter. "Die Kunden merken, wenn man wie ich 100 Prozent hinter seiner Sache steht".

Promi-Partys als Marketing-Event

Bilder amerikanischer Präsidenten wie Reagan, Clinton und Bush senior, die Lambertz-Präsente in die Kamera halten, zeugen von der erfolgreichen Umsetzung seiner Kommunikationsstrategie. In der Ära Kohl habe der deutsche Regierungschef zusammen mit Außenminister Genscher das Gebäck als Gastgeschenk in alle Welt getragen, erzählt Bühlbecker. Der jetzige Bundeskanzler fungiert indes noch nicht als Werbebote. "Schröder besucht lieber drei Automessen als eine Lebensmittelmesse", so Bühlbecker knapp.

[M] DDP; DPA; mm.de
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Selbst die Bundespräsidenten von Weizsäcker und Rau outen sich auf der Bilderwand als Liebhaber der süßen Knabbereien. Ein Dankesbrief von Weizsäckers erfreut den Manager ganz besonders. "Das ist der absolute Clou", entfährt es ihm, als er dessen Schlusssatz vorliest: "Wenn ich an Aachen denke, dann kommen mir Karl der Große, Lambertz und die Pferde in den Sinn."

"Ich vermarkte meine Produkte über Events", erklärt Bühlbecker seine Affinität zu Promi-Partys und seine regelmäßige Präsenz in der "Gala" und der "Bunten". "Dafür habe ich noch nie eine Fernsehwerbung geschaltet", fügt der ehemalige Profi-Tennisspieler fast entschuldigend hinzu.

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