Montag, 26. August 2019

Management "Für Ineffizienz ist kein Platz mehr"

"Entweder Unternehmen lösen Probleme oder sie sind in der Lage, durch brutale Effizienz und Effektivität unschlagbar günstig anzubieten." Wer sich darauf nicht einlasse, werde vom Markt verschwinden, sagt Managementvordenker Kjell Nordström im Interview mit dem Harvard Businessmanager.

Hamburg - "Die schöne Zeit der Sicherheit, die viele der heute Lebenden lange genossen haben, ist längst vorbei. Sie war geprägt von großer Konsumfreude, von hohen Wachstumsraten, von stetig steigenden Löhnen und von sicheren Jobs auf Lebenszeit. Das alles können Sie heute vergessen", sagt der in Schweden lebende Managementvordenker Kjell Nordström im Interview, das der Harvard Businessmanager in seiner aktuellen Ausgabe 10/2004 veröffentlicht.

"Es ist fatal, dass sich die meisten Unternehmen auch heute noch an überholten Modellen orientieren."
Managementdenker Kjell Nordström
Nordström ist Autor des Bestsellers "Funky Business". Im Gespräch beschreibt der Managementtheoretiker, welche Folgen der Übergang in die Instabilität für Manager und Unternehmen hat.

Nordström beobachtet eine zunehmende Polarisierung der Wirtschaft: "Entweder Unternehmen lösen im weitesten Sinne Probleme. Für solche Angebote werden sie hohe Preise verlangen können. Oder sie sind in der Lage, durch brutale Effizienz und Effektivität unschlagbar günstig anzubieten." Wer sich darauf nicht einlasse, werde vom Markt verschwinden. "Für Ineffizienz ist kein Platz mehr."

Um sich auf diese Entwicklung einzustellen, müssten für stabile Zeiten entwickelte Managementmodelle wie die Budgetierung über Bord geworfen werden. "Es ist fatal, dass sich die meisten Unternehmen auch heute noch an überholten Modellen orientieren." Stattdessen rät Nordström zu Flexibilität. Seine Prognose: "Reorganisation wird zur ständigen Aufgabe, die nie endet."

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