Management Tue Gutes und rede drüber

Bescheidenheit ist zwar eine Zier, hat im Job aber wenig zu suchen. Wer vorankommen will, sollte beizeiten Werbung in eigener Sache machen. Dazu gehört die Vermarktung der individuellen Leistung ebenso wie die Fähigkeit, in Gegenwart Vorgesetzter den richtigen Ton zu treffen.

Berlin - Klappern gehört zum Handwerk - das gilt auch für die eigene Arbeitskraft. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es für Arbeitnehmer wichtig, klarzustellen, welche besonderen Fähigkeiten sie besitzen.

Doch viele scheuen sich, ihre Verdienste gegenüber Vorgesetzten herauszustreichen. Ohne ein Marketing in eigener Sache ist eine Karriere im Unternehmen allerdings kaum denkbar.

Verkaufsexperten sind davon überzeugt, dass Arbeitnehmer sich nach den gleichen Gesetzen vermarkten und verkaufen müssen, die auch für Produkte und Dienstleistungen gelten. Dazu sollten sie deutlich machen, wie sie sich von den anderen Mitarbeitern unterscheiden.

Angebot und Nachfrage, Fähigkeiten und Defizite

Selbstmarketing bedeutet, persönliche Alleinstellungsmerkmale herauszufinden. Dazu sollte man sich selbst kritisch auf Charaktereigenschaften, Talente und fachliche Kenntnisse überprüfen und die Ergebnisse schriftlich festhalten.

Dann gilt es zu analysieren, wie die persönlichen Voraussetzungen mit dem Bedarf des Unternehmens übereinstimmen oder wie beides in Übereinstimmung gebracht werden kann.

Stellt sich beispielsweise heraus, dass man eine besondere Vorliebe für die Organisation und Kommunikation hat, sollte man das im Unternehmen kundtun. Beispielsweise kann die Mitarbeit angeboten werden, wenn eine Tagung ins Haus steht oder eine Geschäftsreise vorbereitet werden soll.

Nicht Rad schlagen wie ein Pfau

Nicht Rad schlagen wie ein Pfau

Oft wird Selbstmarketing mit platter Selbstdarstellung gleichgesetzt. Doch lassen sich besondere Leistungen auch mit subtilen Mitteln zur Geltung bringen.

Wer beispielsweise über längere Zeit an einem größeren Projekt arbeitet, sollte seinen Vorgesetzten unbedingt darüber auf dem Laufenden halten und Etappenerfolge melden. Auch auf Schwierigkeiten und - gelöste - Probleme bei Projekten sollte hingewiesen werden.

Denn Mitarbeiter, die erwiesenermaßen mit schwierigen Situationen fertig werden, sind für ein Unternehmen zweifellos wertvoller als Beschäftigte, die im Ernstfall keine Eigeninitiative entwickeln.

Gute Beziehungen lassen sich nicht erzwingen

Ein schwieriges Kapitel in jedem Unternehmen ist das persönliche Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten.

In der Praxis zeigt sich, dass oft nicht diejenigen Karriere machen, die die beste Leistung bringen, sondern solche, die ein besonders gutes Verhältnis zu ihrem Chef haben. Erzwingen lässt sich hier natürlich nichts, zumal ein aufgesetzt freundlicher oder privater Umgangston schnell negativ ausgelegt werden kann.

Dennoch schadet es der Karriere sicherlich nicht, wenn man versucht, sich in das Betriebsklima einzupassen. In manchen Firmen wird kaum über private Dinge gesprochen, in anderen gehört dazu, dass man sich füreinander interessiert.

Reiner Fischer, vwd

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.