Freitag, 20. September 2019

Karriere Königswege für Aufsteiger

Der Arbeitsmarkt für Akademiker verändert sich: Die Globalisierung der Märkte und die Auslagerung von Unternehmensteilen tragen dazu bei, dass Hierarchien verflachen und zunehmend in kleinen Teams gearbeitet wird. Spezialisten auf Zeit sind gefragt - wer Karriere machen will, muss flexibel sein.

Hamburg/Lippstadt - "Für  Projekt im Bereich Verlagsmanagement suchen wir einen Betriebswirt mit internationaler Erfahrung - befristet für zunächst drei Jahre", "Internationale Hotelkette sucht Projektmanager. Übertarifliche Bezahlung, spätere Festanstellung mit guten Perspektiven im Konzern nicht ausgeschlossen". So oder ähnlich lesen sich viele Stellenanzeigen.

Aller Anfang ist schwer:
"Die Unternehmen specken Mitarbeiter ab, Doppel- und Mehrfachspezialisten sind gefragt"
"Projektarbeit und Honorarjobs sind klar auf dem Vormarsch", so Bernhard Hohn, Arbeitsmarktexperte bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Bonn. "Besonders beim Berufseinstieg müssen sich junge Akademiker darauf einstellen, dass die Zeiten, in denen sie gleich mit einer unbefristeten Beschäftigung rechnen konnten, vorbei sind. Die Unternehmen specken Mitarbeiter ab, Doppel- und Mehrfachspezialisten sind gefragt. Es wird nur eine begrenzte Menge an Arbeit vergeben, und zwar nur so lange Gelegenheit und Notwendigkeit dazu besteht", so Hohn.

Seit einigen Jahren verändert sich der Arbeitsmarkt für Akademiker gewaltig: Die zunehmende Globalisierung der Märkte, der schnelle technische Fortschritt und die Auslagerung von Unternehmensteilen tragen dazu bei, dass Hierarchien verflachen und immer mehr in kleinen Teams  gearbeitet wird. Spezialisten auf Zeit sind gefragt.

Honorarbeschäftigungen oder Werkverträge

Arbeit wird befristet in Form von Projekten vergeben: "Jungakademiker müssen sich auch immer häufiger mit Honorarbeschäftigung oder Werkverträgen begnügen, bevor sie einen festen Vertrag bekommen. Viele müssen den Weg in die Selbständigkeit einschlagen, um überhaupt in ihrer Branche Fuß fassen zu können. Befristete Beschäftigungen bieten aber eine gute Möglichkeit, Berufserfahrung zu sammeln und so seine beruflichen Gesellenjahre zu absolvieren", so der Bonner Arbeitsmarktexperte.

Für Arbeitsberater und Headhunter ist die Vermittlung in befristete Arbeitsverhältnisse von Akademikern längst normal geworden: "Zu meinem Arbeitsalltag gehört es, Absolventen damit vertraut zu machen, dass es nicht mehr den alleinigen Königsweg einer Festeinstellung samt vorgezeichneter Karriere gibt. Viele müssen sich anders den Einstieg suchen", so Uta Walkow vom Berliner Hochschulteam des Arbeitsamtes.

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