French Connections Postenstreit bei EDF

Beim staatlichen französischen Energiekonzern EDF ist ein heftiges Tauziehen um den Chefsessel entbrannt. Premierminister Jean-Pierre Raffarin will den amtierenden Konzernlenker François Roussely mit allen Mitteln entfernen.

Paris - Französische Zeitungen berichten, dass die Tage von François Roussely an der Spitze des Energieriesen Electricité de France (EDF) gezählt sind. Frankreichs Premierminister Jean-Pierre Raffarin will den Manager offenbar unbedingt aus dem Amt drängen.

Nun heißt aus Regierungskreisen, kommende Woche werde Roussely abgelöst. Als Nachfolger soll Pierre Gadonneix bereitstehen, der den staatlichen Gasversorger GdF leitet.

Innerhalb der französischen Regierung war zuletzt ein heftiger Streit um die zweite Amtszeit Rousselys entbrannt. Staatspräsident Jacques Chirac und Finanzminister Nicolas Sarkozy stehen hinter dem EDF-Chef, während Raffarin gegen ihn Front macht. Die Tageszeitung "Le Monde" berichtet, der Premier habe in dem Konflikt gar mit seinem Rücktritt gedroht.

Raffarin hatte zuvor versucht, den ehemaligen Wirtschaftsminister Francis Mer auf den Posten zu hieven. Ohne Erfolg, das französische Verfassungsgericht hatte den Plan torpediert. Dessen ungeachtet arbeitete Raffarin weiter an der Entmachtung Rousselys.

Roussely gilt als einer der einflussreichsten Manager Frankreichs. Dem 59-jährigen Absolventen der Eliteschule ENA und ehemaligen Chef der französischen Polizei werden beste Kontakte ins politische Lager nachgesagt. Vor allem mit den Sozialisten, die ihn an die EDF-Spitze bugsierten, soll er sich bestens verstehen.

Unumstritten ist Roussely nicht. So hat er die internationale Expansion des Energiekonzerns - unter anderem hält EDF Anteile an der deutschen EnBW  - auf Kosten von Rücklagen für den Abbau von Atomkraftwerken vorangetrieben. Auch ist der Schuldenberg unter seiner Führung auf 24 Milliarden Euro angewachsen.

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