Telekom Computerexperte und Vertriebsprofi

International bewandert sollte er sein, schon veritable Posten besetzt haben und das Geschäft mit dem Massenmarkt kennen - so lautete der Steckbrief für eine der wichtigsten Positionen, die bei der Deutschen Telekom zu vergeben waren. Der neue T-Com-Chef Walter Raizner dürfte diesen Anforderungen gerecht werden.

Düsseldorf - Walter Raizner ist ein Computerexperte, der es bei IBM  bis zum Deutschlandchef gebracht hat und neben technischem Wisssen auch Auslands- und Vertriebserfahrung besitzt. Das wird der 50-Jährige nun einbringen in das künftige Ressort Breitband und Festnetz, das den größten operativen Bereich der Deutschen Telekom  bilden wird.

Nach dem Studium von Wirtschaftswissenschaften und Informationstechnik arbeitete der gebürtige Schwabe kurze Zeit für Hoechst und Nixdorf. 1984 wechselte er dann zu IBM. Seine Arbeit für den Konzern war in den 90er Jahren von Auslandsaufenthalten geprägt. So ging Raizner 1995 in die USA und kehrte ein Jahr später als Leiter des Hardware-Vertriebs von IBM nach Deutschland zurück. Es folgten mit Großbritannien und den USA wieder zwei Auslandsstationen. Zuletzt war Raizner für das weltweite Speichergeschäft von IBM verantwortlich, bevor er Anfang 2003 Erwin Staudt an der Spitze von IBM Deutschland ablöste.

Sein Privatleben hält der verheirate Vater zweier Kinder bedeckt. Einblick in sein Denken und seine Ansichten vermittelt er aber schon. In einem Zeitungsinterview hatte der Mann mit dem silbergrauen Schopf einmal auf die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland verwiesen: "In Deutschland wird viel geredet. Aber man schaut zu sehr auf die traditionellen Dinge und misst den wirklichen Innovativen vielleicht zu wenig Bedeutung bei."