Schering Miss Trend

Eine Frau im Vorstand ist "ein Zeichen für ein modernes Unternehmen, das sich immer wieder neuen Trends öffnet". Das jedenfalls meint Schering-Chef Hubertus Erlen. Seit heute betreut Karin Dorrepaal beim Pharmakonzern den Bereich Diagnostika, Lieferketten und Beschaffung.

Berlin - Der drittgrößte deutsche Pharmakonzern Schering  hat sich als erstes Dax-Unternehmen seit Mitte der 90er Jahre eine Frau in den Vorstand geholt.

Die Niederländerin Karin Dorrepaal übernahm am heutigen Mittwoch den Vorstandsbereich Diagnostika, Lieferketten und Beschaffung. Die 43-Jährige war bislang für die internationale Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton in der Pharmabranche tätig. Der Diagnostika-Bereich trug bei Schering im vergangenen Jahr 27 Prozent zum Umsatz (4,8 Milliarden Euro) bei.

In den Vorstandsetagen der 30 DAX-Unternehmen ist Dorrepaal die Ausnahme. Zuletzt hatte die Deutsche Bank eine Frau im Vorstand; nach dem Tod von Ruth Ellen Schneider-Lenné im Dezember 1996 rückte jedoch wieder ein Mann auf. Nach einer Studie sind in Deutschland 47 Prozent der Beschäftigten weiblich, aber nur 9,4 Prozent der Spitzenpositionen mit einer Frau besetzt.

Möglicherweise ist Dorrepaal aber bald nicht mehr allein. Derzeit wird über eine Berufung der früheren Citibank-Managerin Christine Licci in den Vorstand der HypoVereinsbank  spekuliert.

Dorrepaal übernimmt bei Schering einen Teil des Verantwortungsgebietes von Forschungschef Günther Stock, der Ende 2005 aus Altersgründen ausscheidet. Vorstandschef Hubertus Erlen bezeichnete die Entscheidung für Dorrepaal als "Zeichen dafür, dass Schering ein modernes Unternehmen ist, das sich immer wieder neuen Trends öffnet". In der "Wirtschaftswoche" bekräftigte Erlen zugleich das Ziel, die Rendite von derzeit 13 Prozent deutlich steigern zu wollen. Die angekündigte Zielmarke von 18 Prozent bis 2006 sei "nur ein erster Schritt".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.