Karriere Ivy-Leagues - ein teurer Traum

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis? Ein Studienjahr an einer privaten US-Universität ist teuer, bietet jedoch erstklassige Ausbildungsmöglichkeiten. Für Studiengebühren von bis zu 34.000 Dollar im Jahr können deutsche Studenten ihre überfüllten Hörsäle und Bibliotheken hinter sich lassen.

Washington - Studenten in Deutschland haben viel, worüber sie klagen können: Überfüllte Hörsäle, mangelnde Betreuung und schlecht ausgestattete Bibliotheken.

Im Gegensatz dazu sind die Bedingungen an US-Hochschulen geradezu paradiesisch. Viele deutsche Studenten blicken deshalb sehnsüchtig über den Atlantik. Manche bewerben sich direkt um einen Studienplatz, andere nehmen an Austauschprogrammen teil, wie sie viele deutsche Unis anbieten.

"Die Betreuungssituation in den USA ist viel besser", sagt Christiane Arndt, die nach ihrem Staatsexamen in Deutsch und Philosophie an der Uni Bonn als Austauschstudentin an die John Hopkins-Universität nach Baltimore kam und dort "kleben" blieb.

Gutes Betreuungsverhältnis

Während in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ein Professor 51 Studenten betreut, kommen in ihrem Fachbereich in Baltimore vier Professoren auf 14 "Graduates" - vergleichbar mit deutschen Studenten im Hauptstudium.

Das Grundstudium hat an der US-Uni aber seinen Preis. Vergleichbar mit deutschen Unis sind die so genannten Research Universities, die rund 125 amerikanischen Hochschulen, die alles vom Grundstudium bis zur Promotion anbieten. Diese privaten Forschungsuniversitäten, darunter Ivy-Leagues wie Harvard, Princeton und Yale, verlangen im Jahr bis zu 34.000 Dollar (rund 28.200 Euro) Studiengebühren. Daneben gibt es staatliche Universitäten, die wesentlich günstiger sind.

Bildungsausgaben in USA höher als in Deutschland

Im Durchschnitt werden nach einer OECD-Statistik in den USA pro Student rund 17.500 Dollar im Jahr ausgegeben, in Deutschland dagegen nur 9500 Dollar. Dafür stehen dem akademischen Nachwuchs in den USA gut ausgerüstete Computerzentren und Seminarräume sowie rund um die Uhr geöffnete Bibliotheken zur Verfügung.

Im Prinzip kann sich jeder um die Plätze an den teuren, renommierten Unis bewerben. Sie werden unabhängig davon vergeben, ob der Bewerber die Studiengebühren aufbringen kann. Es gibt viele Stipendien, von den Unis selbst oder auch von unabhängigen Stiftungen. Wer dort kein Glück hat, kann sein Studium in der Regel über einen zinsgünstigen Kredit finanzieren.

Viele der "Graduate-Studenten" werden außerdem als Lehr- und Forschungsassistenten beschäftigt. Sie müssen dann rund 20 Stunden pro Woche an ihrem Fachbereich arbeiten. Im Gegenzug bezahlt die Uni die Studiengebühren und manchmal sogar monatlich rund 1500 Dollar Gehalt.

Sandra Kühl kann davon nur träumen. Sie studiert in Hamburg Germanistik und Betriebswirtschaft. "Frustration gehört zum Uni-Alltag", sagt Kühl. "Seminarplätze sind rar, eigene Interessen drittrangig." Und der Bezug zur Berufswelt fehle auch.

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