Software AG Vorstandswechsel mit Folgen

Gary Voight, bei der Software AG zuständig für die Region Amerika, wechselt zu einem anderen Unternehmen. Sein Posten wird nicht neu besetzt. Stattdessen ordnet der Softwarekonzern sein Auslandsgeschäft neu.

Darmstadt - Die Software AG  hat ihr Auslandsgeschäft neu organisiert und den Vorstand verkleinert. Die bislang vier Regionen würden auf drei reduziert, um die Präsenz auf den Märkten zu verbessern, sagte Konzernsprecherin Susanne Eyrich am Dienstagabend in Darmstadt.

Mit der Neuordnung, die sich an den Sprachräumen orientiert, wolle der hinter SAP zweitgrößte Softwarekonzern Deutschlands einen stärkeren Fokus auf die Wachstumsmärkte Osteuropa, Asien sowie die arabischen Länder legen.

"Die neue Struktur wird definitiv in diesem Jahr in Kraft treten", sagte die Sprecherin. Die Region Nordamerika/Nordeuropa umfasst vor allem die englischsprachigen Länder. In der "South Region" sind Südeuropa und Südamerika gebündelt. Mittel- und Osteuropa sowie Asien sind der dritte regionale Bereich.

Jede dieser drei Regionen soll wie bisher von einem Vorstandsmitglied geleitet werden. Der aus dem Vorsitzenden, dem Finanzchef und den drei Regionen-Chefs bestehende Vorstand reduziere sich dadurch weiter auf fünf von bisher sechs Mitgliedern. Der bisherige Chef der Region Amerika, Gary Voight, verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch und übernehme den Chefposten bei einem neu gegründeten Unternehmen.

Wer unterstützt Amerika?

Seit Ende vergangenen Jahres beschränkt sich das hinter SAP zweitgrößte deutsche Softwarehaus auf Hochleistungsdatenbanken und die Integration verschiedener Software-Anwendungen. Im Zuge dieser neuen Positionierung hatte sich das jahrelang unter Umsatzrückgängen leidende Unternehmen bereits Ende Juli von seinem Technik-Vorstand getrennt.

Die im TecDax notierte Software AG hatte wie andere Unternehmen der Branche bis zuletzt unter der Investitionszurückhaltung der Kunden gelitten, da diese ihre Ausgaben für Informationstechnik nach dem Boom zur Jahrtausende-Wende und der Euro-Einführung drastisch gekürzt hatten. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Darmstädter Unternehmen erstmals seit drei Jahren eine Stabilisierung der Umsätze, da sich die Nachfrage nach Software-Lizenzen wieder belebt.

An der Börse verloren die Aktien der Software AG  in einem schwächerem Markt 3,6 Prozent auf 25,18 Euro. Analysten sehen den Konzernumbau nun vorerst beendet. Mirko Maier, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, sagte: "Die neuen Regionen kann man als Schlussstrich unter die Reorganisation verstehen." Allerdings verlasse mit dem Chef der Region Amerika ein erfahrener Manager das Unternehmen, das in den USA ein Drittel seines Umsatzes erwirtschafte.