Montag, 9. Dezember 2019

Karriere Egoisten ade

2. Teil: Je homogener das Team, desto größter die Leistung

Das Team als steuernde Instanz

Vertrauen untereinander geht laut Seibt verloren, wenn einzelne Mitarbeiter Angst haben müssen, dass die anderen sie nicht ernst nehmen. Angst vor Konflikten sei gegeben, wenn sich Einzelne nicht trauen, ihre Meinung frei zu äußern.

Dienst nach Vorschrift: "Wenn ein persönlicher Erfolg in Aussicht ist, übernimmt meist jeder gerne Verantwortung"
Die Gefahr, dass ein Mitarbeiter lediglich "Dienst nach Vorschrift" verrichtet, ist dann gegeben, wenn er gegen seinen Willen mit bestimmten Aufgaben betraut wird. "Und wenn man sich nicht beteiligt fühlt, ist man gehemmt, Verantwortung zu übernehmen."

Gelingt es dem Teamleiter dagegen, den Einzelnen zu verdeutlichen, wo ihr persönlicher Vorteil liegt, seien sie motivierter. "Wenn ein persönlicher Erfolg in Aussicht ist, übernimmt meist jeder gerne Verantwortung", sagt Seibt. Doch auch der beste Teamleiter könne nicht motivieren, wenn die Unternehmenspolitik nicht stimmt.

Je homogener das Team, desto größter die Leistung

Arbeitgeber machen sich die Teamarbeit laut Wirtschaftspsychologe Gebert häufig zu Nutze, um die Produktivität zu erhöhen. "In der Realität wird Teamarbeit bewusst zur Verstärkung des Leistungsdrucks über interne Konkurrenz genutzt - die Automobilindustrie spielt in diesem Zusammenhang die Vorreiterrolle", bestätigt Dierk Hirschel, Chefvolkswirt beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin.

Dort würden die Fertigungszahlen der einzelnen Teams gemessen. Das führe im Extremfall dazu, dass sich mancher nicht traue, zum Arzt zu gehen, um das Teamergebnis nicht zu vermiesen.

Ein weiterer grundlegender Faktor für das Gelingen von Team-Arbeit ist die allgemeine Wirtschaftslage. "Wenn die Bezahlung stimmt und die Arbeitsplätze sicher sind, ist die Voraussetzung für Teamarbeit gegeben", sagt Hirschel. Dann könne sie durchaus einen Beitrag zur Humanisierung der Arbeit leisten.

Oranus Mahmoodi, dpa

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